Berlin: Lehrer mit 72 - "Sie könnten ja mein Opa sein"

Er war schon im Ruhestand – doch die Pädagogen-Not ist groß. Jetzt steht Lehrer Helmut Helmer wieder in einem Berliner Klassenzimmer.

Die Kinder staunten, als ihr neuer Mathelehrer die Klasse betrat. Ein Junge wagte sich hervor: "Wie alt sind Sie denn? Sie könnten ja mein Opa sein!" Helmut Helmer muss noch immer lachen, wenn er an diese Begegnung vor einem Jahr denkt. Verraten, wie alt er ist, hat er der Grundschulklasse aus Kleinmachnow nicht, zumindest nicht gleich. Aber genickt hat er: Ja, der Opa könne er schon sein, schließlich hat er tatsächlich vier Enkelkinder. Erst in der letzten Stunde vor den Sommerferien hat er sich dann eine Textaufgabe ausgedacht. Die Lösung: sein Alter. Die Aufgabe war kompliziert, die Rechenergebnisse entsprechend vielfältig. "96", rief ein Kind, wurde aber gleich von dem Rest der Klasse belehrt: "Nein, viel zu alt, dann wär er doch gar nicht mehr auf der Welt." "42", schlug ein anderes Kind vor. Nein, das konnte auch nicht sein, dann wäre er ja jünger als der eigene Vater. Irgendwann kam dann das richtige Ergebnis: "71".

Inzwischen ist Helmut Helmer 72 Jahre alt und unterrichtet noch immer. "Es ist ein toller Beruf", sagt er. Seit letztem Sommer lehrt er am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Wilmersdorf. Acht Schulstunden Mathe gibt er dort zurzeit. In einer siebten Klasse und in zwei Grundkursen der Oberstufe. Gerade hat er mit der Schulleiterin ausgemacht, dass er auch im kommenden Schuljahr weitermacht. Vorausgesetzt, er bleibt fit und vor allem: "Ich will keinem jüngeren Kollegen einen Platz wegnehmen."

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Aber danach si...

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