Berlin: Rudolf-Wissell-Brücke: Der A100 droht ein Verkehrschaos

Das 932 Meter lange Bauwerk in Charlottenburg ist ein Mammutprojekt. Ab 2022 soll sie neu gebaut werden. Das Vorhaben ist heikel.

Trotz ihres fortgeschrittenen Alters muss Berlins längste Brücke einiges aushalten. Bis zu 180.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg, 60.000 mehr als noch vor 20 Jahren. Der Abschnitt der Stadtautobahn A 100 ist damit der am drittmeisten befahrene in Deutschland.

Und das hat Spuren hinterlassen, immer öfter kommt es wegen Reparaturarbeiten zu Einschränkungen. Bei der letzten Prüfung gaben Ingenieure dem 932 Meter langen Bauwerk die Note 3,0, was "nicht ausreichend" beziehungsweise akuten Handlungsbedarf bedeutet. Ab der schlechtesten Note, 4,0 ("ungenügend"), wird in der Regel gesperrt. Nachdem zunächst noch mal sieben Millionen Euro in die Sanierung fließen, wird die Wissell-Brücke deshalb ab 2022 abgerissen und neu errichtet. Vom "größten Straßensanierungsprojekt in der Geschichte der Stadt", spricht Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne).

Das Vorhaben ist heikel, weil über Jahre massive Staus und Behinderungen im Westen Berlins drohen. Experten prognostizieren bereits schlimme Folgen für die Wirtschaft, sollte die Brücke gesperrt und Betriebe Umwege fahren müssen. Für die Planung zuständig ist die Fernstraßenplanungsgesellschaft Deges des Bundes, der auch die Kosten übernimmt. Hier geht man bei der Wissell-Brücke neue Wege. Statt wie üblich ein Ingenieurbüro zu beauftragen und dieses mehrere Vorschläge für den Neubau erarbeiten zu lassen, wurden Fachleute europaweit zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen.

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