Berlin: Warum die Queen im Tiergarten mit dem Spaten anrückte

Kluge Blumen, Bäume mit Knien und Erstaunliches aus der Berliner Geschichte: Unterwegs mit der Botanikerin und Buchautorin Rosemarie Gebauer

Das muss sie sein. Oder? Die blonde Dame mit der roten Brille, die am U-Bahnhof Hansaplatz sitzt und liest: das Reclamheft hebt sich leuchtend gelb von der 70er-Jahre-Tristesse rundum. Rosemarie Gebauer ist Botanikerin, nicht Literatin, aber wer Gebauers Bücher kennt, weiß, dass Dichtung für sie die Fortsetzung der Liebe zu Pflanzen ist. Sie tragen Titel wie "Jungfer im Grünen und Tausendgüldenkraut" und verbinden botanisches Fachwissen mit überraschenden Ausflügen in Sprachgeschichte, Dichtung und Literatur.

Dieser Kombination und dem locker erzählenden Ton verdanken die Büchlein ihre Beliebtheit. Ebenso wie Gebauers Naturführungen durch den Botanischen Garten und andere Parks in Berlin. Andererseits steht auf dem Reclamheft unserer Leserin "Antigone". In der griechischen Tragödie geht um eine Bestattung, also quasi das Gegenteil dessen, was wir vorhaben: Einen Frühlingsspaziergang ins aufblühende Leben im Park. Ist sie es nun oder nicht?

Doch. Ein Lächeln, weg mit Antigone, schon lotst Rosemarie Gebauer ihre Gäste über Betonflächen und ein zerzaustes Stück Grün in Richtung der Wohnblöcke gegenüber. Das denkmalgeschützte Ensemble am Hansaplatz sei etwa so alt wie der Park, den wir besuchen wollen, sagt sie. Moment mal, wir wollten doch in die Natur? "Ja", sie schlägt einen Pfad zwischen den Häusern ein – und es ist still. Da ist nur noch Wind in hohen Bäumen, Vogelzwitschern, Blütenduft und feuchte Erde.

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