Berlin-Schöneberg: Scheiben von türkischer Begegnungsstätte eingeschlagen

Unbekannte haben am Montagabend die Scheiben einer türkischen Begegnungsstätte in Schöneberg mit Pflastersteinen durchschlagen.

Unbekannte haben am Montagabend Scheiben einer türkischen Begegnungsstätte in Berlin-Schöneberg mit Pflastersteinen durchschlagen. Ein Mitarbeiter der Begegnungsstätte an der Martin-Luther-Straße meldete die Sachbeschädigung am Montag gegen 19 Uhr der Polizei.

Nun prüft der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt eine mögliche politische Motivation der Tat, ein direkter Bezug zum türkischen Referendum am Ostersonntag war zunächst unklar.

Enges Ergebnis in Berlin bei türkischem Referendum

Beim dem Referendum über ein Präsidialsystem hatte Staatschef Recep Tayyip Erdogan einen umstrittenen Sieg davongetragen. Eine knappe Mehrheit von 51,4 Prozent der Türken hatte für die Verfassungsänderung gestimmt. Besonders knapp fiel das Ergebnis in Berlin aus. Hier stimmten 50,1 Prozent der wahlberechtigten Türken für Erdogan, knapp 49,9 gegen ihn. So eng war es in keiner anderen deutschen Stadt.

Knapp 100 Kurden und eher links eingestellte Türken, viele von ihnen Unterstützer der Partei HDP, hatten sich bis zum frühen Sonntagabend in der Bar "Südblock" am Kottbusser Tor in Kreuzberg versammelt. Als Erdogan am Abend erstmals von einem Sieg sprach, gingen in der Kreuzberger Bar viele seiner Gegner frustriert nach Hause. Andere blieben und zweifelten an dem knappen vorläufigen Ergebnis.

Am Kurfürstendamm tanzten unterdessen mehr als 100 junge Türken, schwenkten rot-weiße Fahnen und riefen: "Erdogan, Erdogan". Autokorsos umrundeten die Gedächtniskirche.

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