Warum Berlin so schnell wie möglich wie München werden sollte

Boris Reitschuster
Das Brandenburger Tor im Herzen Berlins

Für die einen ist ein Ort der Sehnsucht. Für die anderen ein Jammertal: An kaum etwas scheiden sich die Geister in Deutschland so sehr wie an der Hauptstadt – Berlin.

Auch bei ihren Bewohnern.

Eine Umfrage der “Berliner Zeitung” belegt jüngst das Phänomen: Nur 70 Prozent der Berliner fühlen sich wohl in ihrer Stadt. Zum Vergleich: In Hamburg sind es 89 Prozent. In Köln, Düsseldorf und Frankfurt sind über 80 Prozent glücklich.

Erträglich wirken die Zustände vor allem den Alteingesessenen: 76 Prozent der in Berlin geborenen haben laut der Umfrage ein positives Verhältnis zur Stadt.

Bösartig könnte man fragen: Weil sie sich an den alltäglichen Irrsinn gewohnt haben und abgestumpft sind?

Von den nach 1999 zugezogenen würde fast jeder Zweite (44 Prozent) lieber wegziehen.

Besonders erstaunlicher Aspekt der Umfrage: Obwohl Berlin als Party-Hauptstadt und Anziehungspunkt für jüngere Publikum gilt, fühlen sich bei den 18- bis 29-jährigen nur unterdurchschnittliche 64 Prozent wohl – bei den Rentnern sind dagegen 80 Prozent glücklich an der Spree.

“Berlin wird immer mehr wie München – es wird die Stadt töten”, kommentierte Sebastian Christ die Umfrage hier in der HuffPost. Ich finde: Das Gegenteil ist der Fall.

München Zwei

Die Gefahr, die Berlin wirklich droht, ist, dass sie NICHT wie München wird. Berlin sollte möglichst schnell wie die bayerische Landeshauptstadt werden. Zumindest ein wenig – was die Arbeitsfähigkeit von Stadtregierung, Verwaltung und Behörden angeht. In München funktionieren die.

Die Hauptstadt an der Spree dagegen ist auf dem Weg zum...

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