Berlin: Speicheltest in Lichtenberg: Polizeiarbeit mit Wattestäbchen

Um den Tod eines Babys aufzuklären, werden Frauen in Lichtenberg zur Speichelprobe geladen. Ein Ortstermin.

Vier Tage lang ist die Kriminalpolizei zu Gast in einem Flüchtlingsheim an der Ruschestraße in Lichtenberg. Ermittler der Mordkommission haben mehr als 1600 Frauen und Mädchen aus dem Bezirk Lichtenberg zu einer Reihenuntersuchung eingeladen, die nur bei schweren Straftaten unter gewissen Voraussetzungen angeordnet werden kann. Bis zum Donnerstag sollen in dem DRK-Gebäude Speichelproben genommen werden.

Die Polizei hofft, über einen DNA-Abgleich nach mehr als einem Jahr den Tod eines Neugeborenen aufzuklären und die Mutter identifizieren zu können. Das Baby war Anfang März 2016 auf einem verwilderten Parkareal in der Rusche­straße von einem Spaziergänger leblos gefunden worden. Es war in ein rosafarbenes und ein hellblaues Handtuch gewickelt.

Katja ist aufgeregt, ihren Nachnamen möchte sie nicht nennen. Die 31-Jährige hatte vor wenigen Tagen ein Schreiben der Polizei im Briefkasten. "Ein Brief von der Polizei, ich habe doch nichts verbrochen", sagt sie. Dies sei ihr erster Gedanke gewesen. "Ich habe mir Gedanken gemacht, versucht zu verstehen, was ich angestellt haben könnte. Erst beim zweiten Lesen war mir klar, dass es um einen Speicheltest geht", erzählt die junge Frau, bevor sie einem Beamten ihren Personalausweis vorlegt. Mit einem bereits von der Polizei ausgefüllten Bogen tritt sie im Kellergeschoss an Tisch sieben. Einer von zehn Tischen, an denen Polizisten die Tests entgegennehmen. "Was muss ich tun?", fragt Katja eine Beamtin, die ihr gegenübersitzt.

"Wenn ich mit mei...

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