Berlin: Der Traum von Lynarwood

Familiye

Die Lynarstraße in der Spandauer Neustadt ist an diesem trüben Morgen fast menschenleer. Trotz des Nieselregens spielt ein kleiner Junge in einem Hauseingang. Zwei Frauen mit Kopftüchern verschwinden hinter den Backsteinmauern des Vivantes-Krankenhauses. Keine Gegend, in der Träume wahr werden, könnte man meinen. Und niemand würde vermuten, dass hinter den rissigen Fassaden der Gründerzeithäuser gleich scharenweise Schauspieler wohnen. Aber die beiden Filmemacher Kubilay Sarikaya (43) und Sedat Kirtan (36) haben Lynar- und Kurstraße in der Spandauer Neustadt zum Drehort für ungewöhnliche Doku-Dramen gemacht.

Vor zehn Jahren gründeten die beiden die Filmgesellschaft "Lynarwood". Es war der Start für die persönliche Traumfabrik der beiden gebürtigen Berliner mit kurdischen Wurzeln. Spandaus Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) spricht von "zwei Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, Kiez und Kultur zusammenzubringen". Sarikaya und Kirtan casteten die Mitwirkenden für ihr Erstlingswerk "Verzokkt" ausschließlich im Kiez, stellten sich auch selbst vor die Kamera in den Straßen der Neustadt. Dort hat fast die Hälfte der Bewohner Migrationshintergrund und mehr als ein Drittel der Bewohner lebt von Transferleistungen.

Acht Monate für das Skript, 27 Tage für die Dreharbeiten

Ihr zweiter Film "Familiye" ist gerade fertig geworden. Die Geschichte dreier Brüder sei ebenso problembewusst und dicht am Alltag der Migranten in Berlin wie "Verzokkt", aber professioneller und "cineastischer"...

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