Berlin und Washington jetzt einig bei Panzerlieferung an Ukraine

(Bloomberg) -- Die USA und Deutschland werden voraussichtlich am heutigen Mittwoch ankündigen, dass sie ihre wichtigsten Kampfpanzer an die Ukraine liefern und damit Kiew eine mächtige neue Waffe gegen den russischen Angriff zur Verfügung stellen. Damit wird eine Pattsituation durchbrochen, die die Einigkeit der Alliierten schwer belastet hatte.

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Die US-Regierung wird informierten Kreisen zufolge der Ukraine den M1-Abrams-Panzer liefern, von dem sie zuvor gesagt hatte, er verbrauche zuviel Benzin und sei zu schwer zu bedienen. Bundeskanzler Olaf Scholz wiederum gibt dem Vernehmen nach sein Plazet für die Lieferung von 14 Leopard 2 A6, die er zuvor immer an eine parallele Lieferung der USA geknüpft hatte.

Mit diesem Schritt erhalten die Streitkräfte von Präsident Wolodymyr Selenskyj Zugang zu einer bedeutenden neuen Waffe, während sich die Kämpfe in der Ukraine von den städtischen Zentren in den Osten verlagern, wo sich die russischen Streitkräfte seit ihrem Einmarsch am 24. Februar verschanzt haben. Man hofft, dass die Panzer es der Ukraine ermöglichen werden, die russischen Linien zu durchbrechen und eine Frühjahrsoffensive zu verhindern, die Russland laut Kriegsbeobachtern planen könnte.

Die Doppel-Entscheidung macht es den verbündeten Nationen auch möglich, eine Spaltung zu überwinden, die ihre Einigkeit gegen Präsident Wladimir Putin zu untergraben drohte. Viele hatten darauf gehofft, dass Berlin die Entscheidung über die Leoparden beim Treffen der Kontaktgruppe in Ramstein vergangene Woche bekannt geben würde, doch Scholz legte sich quer.

Die Haltung des Kanzlers führte zu wachsender Frustration bei US-Offiziellen, die argumentierten, dass der Abrams für die Ukraine weit weniger geeignet sei als der Leopard 2, weil er speziellen Treibstoff braucht, schwer zu warten und zu bedienen ist und mit seinen rund 70 Tonnen womöglich zu schwer für die Brücken und Straßen der Ukraine.

Während sich die Bundesregierung noch in Schweigen hüllte, bestätigte die FDP-Bundestagsfraktion via Twitter, dass die Entscheidung gefallen ist. “Nach 11 Monaten kann endlich mit der Ausbildung der ukrainischen Besatzung begonnen werden”, sagte FDP-Verteidigungsexperte Marcus Faber. “Die Ukraine braucht die Panzer dringend, um die Invasionstruppen zum Rückzug zu bewegen.”

Auch die US-Regierung lehnte am Dienstag noch eine Stellungnahme ab. Laut Regierungsvertretern wird noch über genaue Zahlen und Zeitpunkt der Lieferung verhandelt.

Überschrift des Artikels im Original:US and Germany Set to Give Ukraine Tanks, Breaking Impasse (1)

--Mit Hilfe von Courtney McBride und Erik Wasson.

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