Berlin: Weil Stege an Gewässern das Schilf stören, sollen sie weg

Markus Zoecke,

Still ruht der Hundekehlesee an diesem Morgen. Nicht einmal ein Plätschern ist zu hören. Jetzt einen Liegestuhl auf dem Holzsteg aufbauen und einfach nur auf das Wasser blicken – das wär's. Seit mehr als 100 Jahren ist das beim Tennis Club LTTC Rot-Weiß im Ortsteil Grunewald möglich. Es gibt ein Foto aus dem Jahr 1935 von dem Steg, auf dem sich gerade die Sportjugend trifft. Seit 1907 hat der 1897 gegründete Verein sein Domizil am Hundekehlesee, ganz am Ende des Gottfried-von-Cramm-Wegs. Fast so lange gibt es den Steg am Wasser. Doch jetzt soll dieser Steg weg. Wie auch viele andere Stege an der Grunewaldseenkette. Das hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf angeordnet. Zur Überraschung und zum Unverständnis der Seen-Anrainer.

"Ich verstehe nicht, warum jetzt auf einmal diese Diskussion aufkommt", sagt Markus Zoecke, Club- und Sportdirektor des Tennisclubs. Der ehemalige Profispieler hat schon mit zehn Jahren auf der Anlage am Hundekehlesee gespielt, jetzt ist er seit fünf Jahren der Vereinschef. Noch ist im Club Wintersaison, aber am Montag startet die Freiluftsaison. Schon jetzt sei der Steg Gesprächsthema unter den Mitgliedern, sagt der 49-Jährige, der auch mit Boris Becker im Davis-Cup gespielt hat.

Das Umweltamt von Charlottenburg-Wilmersdorf hat kürzlich erste Briefe an Bewohner des Hundekehlesees verschickt und darin angekündigt, alle Einzelsteg­anlagen am See entfernen oder reduzieren zu lassen. Anwohner Eberhard Kittel fragte nach den Gründen. Er bekam die Antwor...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen