Berlinale Encounters: Unermüdlich: Alexander Kluge stellt seinen Film „Orphea“ vor

Noch nie wurden von einem aktiven Regisseur während einer Berlinale so viele Filme gezeigt. Es dürfte auch einmalig sein, dass ein Festival das neue Werk eines Regisseurs in einem Wettbewerb präsentiert, während ein 50 Jahre alter Film von ihm in einer Jubiläumsreihe läuft. Die Rede ist in beiden Fällen von Alexander Kluge, dem 88-jährigen Urgestein des deutschen Films. Wie kein zweiter hat der gelernte Jurist und einstige Assistent von Fritz Lang im Kino, im TV und in der Literatur gewirkt. Inwiefern sein immenser Einfluss auch nachhaltig prägend ist, lässt sich derweil nicht leicht bemessen. Obwohl so unterschiedliche Regisseure wie Tom Tykwer oder Christian Petzold sich gern auf ihn beziehen, in Kluges Fußstapfen tritt eigentlich niemand. Zu eigensinnig ist die Sprache seiner Filme und Bücher. Welche Art von Fernsehen er betreibt, lässt sich bis zum Sonntag noch in der Volksbühne erkunden. Seine Ausstellung „Das Theater des Kinos“ zeigt in über 50 Kurzfilmen auf Röhrenmonitoren vor allem Interviews mit Kollegen, wie mit dem Vorbild Jean-Luc Godard und Chantal Akermann. Daneben lässt sich Lilith Stangenberg im Publikum eines historischen „Hygienefilms“ betrachten.

Zum Leben erweckte Opernarien

Castorf-Star Stangenberg übernahm auch die Titelrolle in „Orphea“, der bei den Encounters seine Weltpremiere feiert. Kluges erneute Kooperation mit dem philippinischen Künstler Khvan sucht einen Ausweg für das tragische Ende, mit dem seit jeher die Geschichte von Orpheus überliefert wir...

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