Berliner Ensembles: Dirigenten und Intendanten: Gute Abgänge sind schwer

16 Jahre bei den Philharmonikern: Der Brite Simon Rattle dirigiert in der Waldbühne sein letztes Chefkonzert

Berlin. Die Theater- und Konzertsaison geht dem Ende entgegen, und mehrere Chefs verabschieden sich von ihren Institutionen. Einer hat bereits vorfristig im April das Weite gesucht. Der Fall von Chris Dercon an der Volksbühne erinnert an einen Leitspruch von Turnvater Jahn: Ein guter Abgang ist das Wichtigste! Den hat Dercon bei allen künstlerischen Verrenkungen in seiner sehr kurzen Amtszeit nicht hinbekommen.

Sir Simon Rattle hingegen war 16 Jahre lang Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Sein Abschied wird jetzt geradezu zelebriert. Es ist absehbar, dass sein letztes offizielles Dirigat beim Waldbühnenkonzert am 24. Juni ein Berliner Highlight wird. Auch Ivan Fischer, der Chefdirigent des Konzerthausorchesters, gibt seinen Posten auf. Am Gendarmenmarkt verläuft der Übergang hin zu Christoph Eschenbach aber deutlich geräuschloser, auch, weil Fischer inzwischen zum Ehrendirigenten gekürt wurde und in der kommenden Saison bei vier Programmen am Pult stehen wird. Fast unbemerkt vollzieht sich auch der Wechsel beim Staatsballett Berlin, wo der Vertrag von Intendant Nacho Duato ausläuft. Der Choreograf verlässt vorzeitig das Schiff, der Entscheidung gingen verschiedene Missstimmungen voraus.

Bild Nr. 1:
Beendet seinen Vertrag vorzeitig: Der Spanier Nacho Duato war seit 2014 Intendant des Staatsballetts Amin Akhtar

Es bleibt festzuhalten, dass die beiden Chefdirigenten einen guten Abgang hinbekommen und auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken können, während die beiden Intendanten von Anbeginn an der öffentlichen Ungnade ausgesetzt waren. Es ist kaum damit zu erklären, dass jemand ahnungslos von außen kam ...

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