Berliner Frauenboxerin: Zeina Nassar boxt mit Kopftuch gegen Vorurteile an

Zeina Nassar ist dreifache Berliner Meisterin im Frauenboxen. Dafür musste sie sich nicht nur gegen ihre Gegnerinnen durchsetzen.

Eigentlich hätte Zeina gar nicht hier stehen dürfen: In Spandau, in einer grau-beigen Turnhalle, im Herbst 2013. Durch meterhohe Fensterscheiben fällt milchiges Licht auf einen Boxring. Darin ihre Gegnerin und sie: Zeina Nassar, damals 14 Jahre alt, Kreuzbergerin, Tochter libanesischer Einwanderer, Muslima. Fast alles, was das Mädchen an diesem Nachmittag im Ring trägt, war hier vor Zeinas Zeit verboten: das schwarze Shirt mit den langen Ärmeln, die knöchellangen Leggins unter den kurzen Hosen, das Kopftuch.

Zeinas Eltern sind da, der kleine Bruder, der Onkel. Hunderte Zuschauer. Zeina boxt um die Berliner Meisterschaft. Sie denkt: Ich kann gar nicht verlieren.

Drei Jahre zuvor hatte Zeina ihre Leidenschaft entdeckt. Auf der Videoplattform Youtube. Frauenboxen. Das Mädchen Zeina wollte so eine Frau werden, eine wie die auf dem Bildschirm. Durchtrainiert, explosiv, stark, selbstbestimmt. Ein Schock für die Eltern. "Boxen ist ein Männersport", sagte die Mutter. Und: "Das ist viel zu gefährlich." Aber Zeina hörte nicht auf zu reden. Davon, dass es beim Boxen um Verantwortung geht, um Respekt und Disziplin, und lehrt das nicht auch der Islam? Dass kaum ein anderer Sport so fit macht. Sie hielt regelrechte Präsentationen im Wohnzimmer. Irgendwann hatte sie die Eltern so weit.

Schnell gab es in ihrem Mädchenboxverein in Kreuzberg keine ebenbürtigen Sparringspartnerinnen für Zeina. "Du bist unschlagbar", hat man ihr gesagt. Zeina sollte auf Wettkämpfen boxen. Aber das war nicht erlaubt...

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