Berliner Geschichte: Zu Besuch bei den Oldtimern der Berliner S-Bahn

Der Verein „Historische S-Bahn“ kümmert sich um den Erhalt von Fahrzeugen aus 90 Jahren Schnellbahn-Geschichte.

Die kleine Sophia ist mächtig aufgeregt. Auf dem Kopf hat sie sich einen viel zu großen gelben Bauarbeiterhelm aufgesetzt. Gleich darf sie unter eines der stählernen Ungetüme krabbeln, die aufgereiht in der großen Halle stehen. Unter dem Wagen ist es ölig und dunkel. "Ein bisschen unheimlich hier", sagt die Fünfjährige aus der Vorschulgruppe der Kita Pusteblume aus Schöneiche.

Dann zucken alle Kinder zusammen, einige halten sich vor Schreck die Ohren zu. Ein lautes Zischen ist zu hören. "Das ist Druckluft – und mit der wird die Bremse betätigt, mit der wir den Wagen zum Stehen bringen", erklärt ihnen mit ruhiger Stimme Roy Wallis. Die Angst der Kinder ist wie weggeblasen.

Der Mann in der orangefarbenen Warnweste ist Triebfahrzeugführer der S-Bahn. Und auch in seiner Freizeit kann er von rot-gelben Zügen nicht lassen. Wallis ist einer von 160 Mitgliedern des Vereins Historische S-Bahn. Der 1991 gegründete Verein kümmert sich um die Oldtimer der elektrischen Schnellbahn (kurz S-Bahn), die seit 90 Jahren den Lebensrhythmus der Stadt Berlin maßgeblich mitbestimmt. Rund 30 alte Wagen stehen im Depot an der Endstation der Linie S3 in Erkner, das von der S-Bahn auch für aktuelle Züge als Wartungswerkstatt genutzt wird.

Der Bestand reicht von den "Stadtbahnern" aus der Anfangszeit des S-Bahnbetriebs, von denen ab 1927 innerhalb von nur vier Jahren 1276 Wagen gebaut wurden, bis hin zu einem der Prototypen der heute noch fahrenden Baureihe 485, die wegen ihrer einst roten Farbgebung von d...

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