Berliner Humboldt-Forum vollständig eröffnet

Mehr als ein Jahr nach Eröffnung des Berliner Humboldt-Forums ist am Donnerstag auch der Ostflügel und damit das Museum vollständig in Betrieb genommen worden. "Ab jetzt ist das Humboldt-Forum komplett am Start", sagte der Generalintendant des Museums, Hartmut Dorgerloh, vor Ort. Es sei eine richtige und gute Entscheidung gewesen, dass dieses "sehr große Haus mit seinen vielen Angeboten" phasenweise eröffnen wurde.

Im neuen Ostflügel sind auf mehr als 16.000 Quadratmetern Fläche rund 20.000 Exponate ausgestellt. Sie geben dem Museum zufolge einen "faszinierenden, Epochen und Kontinente umfassenden Überblick über die Kunst und Kulturen der Welt". So sind unter anderem Objekte aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums sowie des Museums für Asiatische Kunst zu sehen. Dazu kommen fünf temporäre Ausstellungen.

Auch Teile der Benin-Bronzen sollen ausgestellt werden. Das Eigentum an diesen wurde erst kürzlich an Nigeria übertragen, ein Drittel der Objekte soll jedoch als Leihgabe im Humboldt-Forum gezeigt werden. Die kostbaren Werke wurden in der Kolonialzeit im 19. Jahrhundert geraubt und gelangten anschließend in Museen unter anderem in Berlin. Im Humboldt-Forum soll den Bronzen zeitgenössische Kunst aus Nigeria gegenübergestellt werden.

Nach einem offiziellen Eröffnungsteil sind die neuen Ausstellungsflächen ab Samstag für alle Besucherinnen und Besucher offen. Das Humboldt-Forum öffnete nach mehr als sieben Jahren Bauzeit erstmals im Juli vergangenen Jahres seine Türen. Nach weiteren Ausstellungseinweihungen ist das Museum nun vollständig eröffnet.

Für den Kulturbau wurde im Herzen der Hauptstadt auf der Spreeinsel das Berliner Schloss zum Teil wiederaufgebaut - und mit einem modern gestalteten Teil kombiniert. Die Kosten dafür lagen bei rund 680 Millionen Euro.

awe/cfm