Berliner Justiz leitete voriges Jahr 386 Verfahren wegen Antisemitismus ein

Die Berliner Justiz hat im vergangenen Jahr 386 Verfahren wegen antisemitisch motivierter Straftaten eingeleitet. Davon wurden 156 im Internet begangen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten ersten Tätigkeitsbericht der Antisemitismusbeauftragten der Generalstaatsanwaltschaft der Bundeshauptstadt, Claudia Vanoni, hervorgeht.

Die Position der Antisemitismusbeauftragten wurde Anfang September 2018 eingerichtet - insbesondere mit dem Ziel einer besseren Vernetzung der Staatsanwaltschaften mit Verbänden, Betroffenen und anderen staatlichen Stellen. Ermittlungen werden von ihr nicht geführt. Dies ist nach wie vor Sache der fachlich zuständigen Staatsanwälte.

Antisemitismus bedrohe die Sicherheit und Stabilität der gesamten Gesellschaft, hieß es in dem Tätigkeitsbericht. Die Zahl von Straftaten mit antisemitischer Motivation steige seit Jahren an. Dabei sei davon auszugehen, dass ein großes Dunkelfeld existiere. Studien zufolge würden 80 Prozent aller Taten den Behörden gar nicht gemeldet.