Berliner Spaziergang: Mit Thea Dorn zu Schlumpfeis und goldenem Hirschen

Schlumpfeis, ein goldener Hirsch und Goethes „Faust“ - ein Spaziergang mit Moderatorin und Schriftstellerin Thea Dorn.

Thea Dorn lehnt sich an einen Baum, der Fotograf rückt das Blitzlichtstativ zurecht, im Hintergrund, vor blauem Märzhimmel, steht dieses hübsche Schrebergartenhäuschen am Rand des Volksparks Wilmersdorf. Das alles setzt natürlich sofort die Gedanken in Gang: Zum Beispiel an eins ihrer dickeren Bücher, es heißt "Die deutsche Seele", sie hat es zusammen mit dem Schriftsteller Richard Wagner geschrieben. Es ist eine Art En­zy­klopädie, eine Sammlung von Texten zu Erinnerungsorten – wobei "Ort" hier im übertragenen Sinn zu verstehen ist, also zum Beispiel auch das Abendbrot meinen kann, die Gemütlichkeit oder die Schadenfreude. Die Bausteine der deutschen Seele: Würde sich da nicht dieser Schrebergarten ganz exzellent einfügen? Im Lauf des Spaziergangs, das ahnt jetzt noch keiner, werden noch ein paar dieser Bausteine am Wegesrand auftauchen: das Schlumpfeis etwa, ein goldener Hirsch und Goethes "Faust". Aber wir greifen vor.

Wir haben uns mit Thea Dorn verabredet, weil sie kürzlich die Nachfolge Maxim Billers im "Literarischen Quartett" angetreten hat und dort jetzt mit Christine Westermann und Volker Weidermann zur Stammtruppe gehört. Das war einerseits keine allzu erschütternde Neuigkeit, denn dass sie die Literaturvermittlung und -kritik im Fernsehen beherrscht, weiß man seit Jahren – aus der Sendung "Literatur im Foyer" im Südwestrundfunk etwa, wo man sie von 2004 bis 2013 sehen konnte. Andererseits war ihr Einstand dann doch irgendwie erschütternd – insofern, als er lässig m...

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