Berliner Tunnel-Bankraub: Fahndungsfoto zeigt einen Unschuldigen

Berlin (dapd). Die Tunnel-Räuber von Berlin-Steglitz haben für ihren Coup gefälschte Papiere benutzt und damit einen unschuldigen Mann ins Visier der Fahnder gebracht. Die Täter luden das Passfoto für den gefälschten, niederländischen Ausweis aus dem Internet herunter und mieteten damit einen Tiefgaragen-Stellplatz in der Nähe der Bank an, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Die Polizei, die am Dienstag mit dem Bild öffentlich nach dem Einbrecher fahndete, will aber nicht von einem Ermittlungsfehler sprechen.

Der Mann auf dem Foto habe sich in der Nacht zu Mittwoch telefonisch bei der Polizei gemeldet. Er sei geschockt gewesen, in den Medien in Verbindung zu dem Bankeinbruch gebracht zu werden, sagte der Sprecher. "Er war natürlich total aufgeregt", fügte er hinzu. Nach der Vernehmung sei der Verdacht gegen ihn fallen gelassen worden.

Der Mann soll aus Westdeutschland stammen, nähere Details zur Identität wollte der Sprecher unter Hinweis auf die Persönlichkeitsrechte des Mannes nicht veröffentlichen. Er soll das Passbild selbst ins Internet gestellt haben. Die Täter sollen es dann kopiert haben. Der Sprecher verteidigte die Veröffentlichung des Bildes. "Es ist keine Ermittlungspanne", sagte er. Es sei vielmehr als Ergebnis zu werten, dass sich das Foto eine falsche Spur gewesen sei. Zudem habe für die Fahndung ein richterlicher Beschluss vorgelegen.

Die Einbrecher waren vor gut einer Woche über einen selbst gegrabenen Tunnel in die Bank eingedrungen und hatten Wertsachen aus Schließfächern entwendet. In der vergangenen Woche veröffentlichten die Ermittler die Phantomzeichnung eines Mannes, den Zeugen in der Nähe des Tatortes beobachteten. Die Polizei geht derzeit insgesamt 240 Hinweisen auf die Täter nach.

dapd


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