Berliner Waldbad: Oben-ohne-Baden künftig erlaubt

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Der Bezirk Treptow-Köpenick hat die Bekleidungsregeln für ein Waldbad geändert. Fortan ist dort für alle Geschlechter „oben ohne“ erlaubt. Damit wurde auf die Klage einer Besucherin auf Grundlage des neuen Landes-Antidiskriminierungsgesetzes reagiert. Die wurde 2021 des Platzes verwiesen, weil sie mit nackten Brüsten auf einer Wiese lag.

Ein Wasserspielplatz in der Stadt
So ähnlich sieht auch die Plansche in Berlin aus - ein sogenannter Wasserspielplatz. Dort gelten ab sofort neue Bekleidungsregeln für alle Geschlechter: Oben ohne ist erlaubt. Foto: Symbolbild / gettyimages

Wenn am 29. Juli der Wasserspielplatz „Plansche“ im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick wiedereröffnet, gelten dort neue Bekleidungsregeln: Oben ohne ist fortan für alle erlaubt.

Unerträgliche Situation

Es war einer der ersten Fälle dieser Art, der für viel Aufsehen gesorgt hat: Im vergangenen Jahr wurde eine Frau beim Sonnen in einem Berliner Waldbad von Behörden des Platzes verwiesen. Der Grund: Sie lag ohne Oberteil auf einer Wiese.

Dagegen klagte die Frau auf Grundlage des Berliner Landes-Antidiskriminierungsgesetzes. Laut Rbb argumentiert sie, dass es Männern erlaubt sei, an der sogenannten „Plansche“ oben ohne liegen zu dürfen. Frauen aber nicht. Dadurch fühle sie sich diskriminiert. Die Klage wurde im Januar eingereicht, eine Entscheidung steht noch aus.

In einem Interview mit dem Rbb sagte die Frau in diesem Frühjahr: „Ich wusste, dass das Zeit, Energie und Geld kosten würde. Aber ich war mir der Sache sicher. Denn für mich ist klar, dass das Diskriminierung war, und ich stand auch unter Schock. Die ganze Situation war unerträglich und inakzeptabel.“

Forderung der Linke-Fraktion

Auch wenn es in dem Fall noch keine juristische Entscheidung gibt, so hat der zuständige Bezirk Sanierungsarbeiten an der Plansche genutzt, um geltende Bekleidungsregeln anzupassen. Wenn der Wasserspielplatz am 29. Juli wiedereröffnet, müssen „alle Geschlechter“ nur noch ihre primären Geschlechtsorgane bedecken.

Auf der Seite des Bezirksamts heißt es entsprechend zu der Frage, ob FKK auf dem Gelände erlaubt sei: „Der Aufenthalt im Planschbecken ist ausschließlich in handelsüblicher Badebekleidung erlaubt. Die Badebekleidung muss die primären Geschlechtsorgane vollständig bedecken. Dies gilt für alle Geschlechter.“

Die Anpassung dürfte auch auf eine Forderung der Linke-Fraktion hin passiert sein. Die hatte einen entsprechenden Passus für eine Gleichbehandlung bei der Bekleidungsvorschrift gefordert. In einer Pressemitteilung heißt es nun zu der Anpassung: „Der Wasserspielplatz Plansche im Plänterwald wird am Freitag, dem 29. Juli, nach erfolgter Sanierung wieder geöffnet. Eine Überarbeitung der Besuchsregeln erfolgte dabei ebenfalls. Nunmehr ist der Dresscode diskriminierungsfrei.“

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