Berufsausbildung: Es muss nicht immer Abi sein

Berlins Handwerk fehlt der Nachwuchs. Jugendliche wie die 17-jährige Janina lassen sich auf die Ausbildung ein.

"Manchmal kommen schon Sprüche wie: Das musst du doch abkönnen", sagt Janina Koch. Seit einem halben Jahr macht die 17-Jährige bei Siemens an der Nonnendammallee in Spandau eine duale Ausbildung. Sie wird Zerspanungsmechanikerin und fertigt Präzisionsbauteile. Bei der Vorstellung der Zahlen zum Ausbildungsmarkt Berlin am Freitag durch Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK) und Bundesagentur für Arbeit wurde die Neuköllnerin Janina als Beispiel dafür vorgestellt, wie heutzutage im Handwerk Karriere funktionieren kann.

Seit einem Praktikum in der achten Klasse habe sie gewusst, dass sie in diese berufliche Richtung gehen will, und was dort auf sie zukommt, sagt Koch. In ihrem Freundeskreis machten die meisten Abitur. "Sie finden es aber toll, dass ich einen so außergewöhnlichen Beruf ergriffen habe", sagt sie. Ihr Chef Martin Stöckmann jedenfalls, Leiter des Siemens-Ausbildungszentrums, ist begeistert, dass junge Frauen wie sie sich im vermeintlichen Männerberuf bewähren.

Viele Plätze in den Firmen sind wieder unbesetzt

IHK, HWK und Bundesagentur prophezeien Jugendlichen angesichts des Fachkräftemangels mit einer dualen Ausbildung exzellente Karrierechancen. Allerdings konnte jedes dritte Unternehmen 2016 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Laut Bundesagentur gibt es derzeit insgesamt 12.467 Stellen, davon sind 7573 frei. Demgegenüber stehen 8751 Jugendliche, die eine Stelle suchen. Auch wenn für die Bewerbungen jetzt noch Zeit ist, werden wohl auch 2017 viel...

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