"Wenn wir sie beschimpfen, kriegen wir sie nie zurück": Sebastian Krummbiegel über den Umgang mit der AfD

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"Wenn wir sie beschimpfen, kriegen wir sie nie zurück": Sebastian Krummbiegel über den Umgang mit der AfD

Die Landtagswahl in Sachsen steht kurz bevor. Sänger Sebastian Krumbiegel findet bei "Markus Lanz" klare Worte zum Umgang mit AfD-Wählern.

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen am Sonntag, 1. September, war Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel bei Markus Lanz zu Gast. Der 53-Jährige, der in Leipzig geboren wurde, fand in der gestrigen ZDF-Talkshow "Markus Lanz" präzise Worte zur aktuellen Lage im Osten und den AfD-Wählern. "Ich gehe manchmal in Sachsen durch die Gegend und denke: 'Jeder Dritte'. Und das sind keine Zombies, das sind ganz normale Menschen", betonte er.

Auf die Frage von Moderator Markus Lanz, wie man mit AfD-Anhängern umgehen solle, hatte Krumbiegel eine ganz klare Antwort. "Es ist total kontraproduktiv, all die Leute im Osten oder in Sachsen, die die AfD wählen, als Nazis zu bezeichnen", fand Krumbiegel. "Natürlich gibt es ganz klare Grenzen. Wenn irgendjemand rassistischen Scheiß erzählt, irgendjemand 'Heil Hitler' sagt oder den Holocaust leugnet, ist das klar eine Straftat. Und trotzdem gibt es für mich klare Grenzen. Wenn Leute mit mir reden wollen, dann rede ich mit denen auch."

Beide waren sich einig, dass es falsch wäre, nicht mehr mit AfD-Wählern zu reden. "Auch wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir uns auch in unserer eigenen Blase befinden", stellte Krumbiegel fest. "Und ich finde, wenn wir verlernen, den Dialog zu suchen, miteinander zu reden, und eben auch mit AfD-Wählern zu reden, wenn wir die beschimpfen, kriegen wir sie nie zurück." Krumbiegel konnte sich außerdem erklären, was sich in der Gesellschaft verändert hat. "Damals waren die Leute im Osten für etwas, da ging es darum, Mauern einzureißen", erzählte er. "Heute wollen die genau das Gegenteil von dem, was die Leute damals wollten. Die wollen wieder Mauern aufbauen und die Leute spalten, die wollen ganz andere Dinge."

Anfang des Monats veröffentlichte Sebastian Krumbiegel ein Lied für die Demokratie mit dem Titel "Die Demokratie ist weiblich". In dem dazugehörigen Musikvideo wirkten zahlreiche Prominente mit, wie Iris Berben, Til Schweiger, Jan Delay, Herbert Grönemeyer oder Olivia Jones.