Bestattungen und Feiern: Die neue Form unserer Trauer

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Auf Friedhöfen war die Grabgestaltung lange Zeit streng geregelt. Ob die Maße des Grabsteins oder die Bepflanzung – alles war festgelegt. Viele Menschen hätten diese Vorgaben verschreckt, sagt ein Hamburger Kulturwissenschaftler. Deshalb suchten Hinterbliebene nach vielfältigeren Formen und Orten, um zu trauern. Im Trend liegen Natur- und Seebestattungen. Grabfelder auf Friedhöfen leeren sich, aber die Menschen in Deutschland trauern länger als früher um ihre Verstorbenen. Vor allem junge Leute trauerten intensiv um verstorbene Freunde, sagt der Hamburger Kulturwissenschaftler Norbert Fischer. Die Formen der Trauer seien vielfältiger geworden. Sie finde nicht mehr nur auf den Friedhöfen statt, sondern auch an anderen Orten und im Internet. Von einer „Friedhofsflucht” wie der Passauer Soziologe Thorsten Benkel will Fischer nicht sprechen. Aber es gebe einen sich verstärkenden Trend zur Natur- und Seebestattung. Die Seebestattung, die noch bis in die 1970er Jahre Angehörigen der maritimen Berufe vorbehalten war, werde in zwei bis drei Prozent aller Todesfälle gewählt, in Norddeutschland sogar in sechs Prozent. Seebestattung: Statt Asche im Meer zu verstreuen, wird die Urne jetzt auch versenkt Ruhe- oder Friedwälder gebe es in Deutschland erst seit 2001, heute in dreistelliger Zahl. „Es ist eine Erfolgsgeschichte”, sagt Fischer. Hintergrund sei die typisch deutsche, romantische Wald-Sehnsucht. Doch ob See- oder Waldbestattung - die Friedhöfe sind damit nicht ganz aus dem Spiel. Zum Teil gebe es Ruhewälder, in denen Urnen unter Bäumen beigesetzt werden, direkt auf den Anlagen. Der Friedhof Ohlsdorf verfügt über einen zwölf Hektar großen Bestattungswald. Auch die Idee der Seebestattung hat sich gewandelt. Ursprünglich sollte...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo