Bestechung: Bei Korruption in Berlin gibt es ein großes Dunkelfeld

Oberstaatsanwalt Rüdiger Reiff über Korruption in Berlin, Ermittlungsarbeit und falsche Verdächtigungen

Im Jahr 2016 sind bei der Staatsanwaltschaft Berlin insgesamt 110 Verfahren mit Korruptionsbezug eingegangen. Im Interview mit der Berliner Morgenpost erklärt Oberstaatsanwalt Dr. Rüdiger Reiff, warum das Dunkelfeld viel größer ist, Ermittlungen so schwierig sind und wo Korruption eigentlich beginnt.

Herr Dr. Reiff, wo fängt Korruption eigentlich an und wo hört sie auf?

Rüdiger Reiff: Der Begriff wird überaus unterschiedlich gebraucht. Transparency International definiert Korruption als Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Das ist eine sehr weite Definition. Darunter fällt alles, was zu mehr Geld bei einem selbst führt – wie beispielsweise strafrechtlich Untreue, Betrug und Unterschlagung, Steuerhinterziehung, aber auch Beteiligung an der organisierten Kriminalität, Geldwäsche. Wenn von korrupten Unternehmern, Politikern oder Beamten die Rede ist, meint man Personen, die in die eigene Tasche wirtschaften. Im Gegensatz dazu ist der strafrechtliche Korruptionsbegriff enger. Nach dem Strafgesetzbuch gibt es verschiedene Arten der Korruptionstatbestände – je nachdem, wer auf der Seite des Nehmers steht.

Was sind das für Tatbestände?

Es gibt die Tatbestände der Amtsträgerbestechung, der Mandatsträgerbestechung und der Bestechung in der freien Wirtschaft. Allen Tatbeständen ist gemeinsam, dass eine Person einen Vorteil annimmt als Gegenleistung für ein rechtswidriges Handeln.

Was war in den vergangenen Jahren ein spektakulärer Fall in Berlin?

Ein spektakulärer ...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen