Betrug mit polizeilichen Vorladungen

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Mit einer bearbeiteten Vorladung der Polizei, versuchen Betrüger derzeit Menschen wegen angeblicher Vergehen im Internet in die Falle zu locken.

Hinweisschild für die nächste Polizeistation mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. (Bild: Getty Images)
Hinweisschild für die nächste Polizeistation mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. (Bild: Getty Images)

Wer im Internet unterwegs ist, muss auch stets vor Betrug auf der Hut sein – das ist mittlerweile den meisten Menschen bekannt. Auch dass Kriminelle immer wieder E-Mails im Namen von Versandhäusern und Banken verschicken und fordern, Kontodaten zu aktualisieren, ist nichts Neues.

Doch mit welcher dreisten Methode aktuell versucht wird, Menschen einzuschüchtern, überrascht selbst die Polizei: Die Betrüger verschicken eine Vorladung der Kölner Kriminalpolizei.

Sexuelle Belästigung im Internet

Dabei handelt es sich um ein sehr echt wirkendes Dokument, da offensichtlich eine ältere, originale Vorladung einer Ermittlerin digital bearbeitet wurde.

Erste Anklage im Wirecard-Komplex

Den Empfängern wird mitgeteilt, dass gegen sie laut einem Bericht von Europol (Europäisches Polizeiamt) im Zusammenhang mit der Kommunikation mit Minderjährigen über das Internet gegen sie ermittelt wird. Der Vorwurf lautet „sexuelle Belästigung“. Bereits seit 2019 werde gegen sie nach einer „Computerbeschlagnahme … in Sachen Pädophilie“ ermittelt.

Auf ihrer Facebook-Seite zeigt die Polizei NRW die von den Betrügern verschickte Vorladung:

Empfänger*innen werden in dem Schreiben aufgefordert, zu einem bestimmten Termin in der Kriminalinspektion Köln vorzusprechen, da eine „Vernehmung/Anhörung als Beschuldigter erforderlich“ sei.

Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich

Die gefälschte E-Mail wurde offensichtlich im gesamten Bundesgebiet und auch nach Österreich verschickt. „Da die telefonische Erreichbarkeit der echten Polizistin von den Tätern nicht ausgetauscht wurde, haben bislang rund 60 Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Österreich bei der Kriminalhauptkommissarin angerufen und die verdächtige Mail gemeldet“, erklärt die Polizei NRW Köln. Viele der Betroffenen seien wegen des vermeintlichen Tatvorwurfs der sexuellen Belästigung von Minderjährigen verunsichert gewesen.

Hintergrund unklar

Welchen Zweck die Betrüger mit dem Versand dieser E-Mail verfolgen, ist bislang noch unklar. Durch das Öffnen der E-Mail werde bisher keine Schadsoftware heruntergeladen, so die Polizei. Dennoch raten die Beamten, E-Mails dieser Art zu löschen, in keinem Fall auf die angegebene E-Mail-Adresse zu antworten und auch nicht auf Links zu klicken, die möglicherweise in Zukunft bei ähnlichen E-Mails angegeben werden.

VIDEO: Illegale QR-Codes auf Parkuhren

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.