Betrüger nutzen Namen der Verbraucherzentrale

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Kriminelle geben sich derzeit oft als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus. Sie haben es auf Geld sowie persönliche Daten abgesehen und wenden unterschiedliche Tricks an.

Kriminelle geben sich derzeit oft als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus. (Symbolbild: Getty Images)
Kriminelle geben sich derzeit oft als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus. (Symbolbild: Getty Images)

Dubiose Geschäftemacher denken sich immer wieder neue Maschen aus, um sich das Vertrauen von Menschen zu erschleichen. Aktuell geben sich Betrüger am Telefon oft als Verbraucherschützer aus, wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet: „Sie unterbreiten verlockende Angebote, versprechen große Gewinne oder bieten Hilfe in vermeintlichen Rechtsstreitigkeiten an. Alles nur, um an Geld oder persönliche Daten zu gelangen. Dabei lassen sich die unseriösen Geschäftemacher immer wieder andere Tricks einfallen.“

Die Verbraucherschützer warnen derzeit konkret vor drei Maschen, mit denen die Betrüger versuchen, Angerufene hinters Licht zu führen.

Umfrage zur Pflegebedürftigkeit

Unter dem Deckmantel, eine Umfrage zu Pflegebedürftigkeit durchführen zu wollen, stelle sich der Anrufer als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale vor. Nach einigen allgemeinen Fragen mache der Betrüger dann plötzlich ein unverbindliches Angebot, um sich Geld zu ergaunern.

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Grundsätzlich sollten Angerufene am Telefon keine persönlichen Daten über sich preis geben oder sich zu kostenpflichtigen Beratungen oder Dienstleistungen überreden lassen. „Lassen Sie sich weder auf am Telefon noch per E-Mail unterbreitete Angebote ein. Meist bleibt die versprochene Leistung aus, das gezahlte Geld ist verloren und Ihre persönlichen Daten sind in den falschen Händen“, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Angebliche Gewinnspiele

Bei einer anderen Masche gehe es um das Abfischen von persönlichen Daten. So habe eine Verbraucherin davon berichtet, dass sie mehrere Anrufe erhielt, bei denen sich der Gesprächspartner als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale vorstellte. Dieser habe die Frau aufgefordert, eine Zahl zwischen eins und zehn zu nennen. Sei die Antwort richtig, könne sie das Überraschungspaket einer Verlosung gewinnen.

Manchmal werde neben Adress- und anderen Daten auch nach einer Kontoverbindung gefragt, angeblich, damit die Gewinne zugestellt werden könnten. „Diese Informationen sollten Sie keinesfalls preisgeben. Werden Sie aufgefordert, vorab sogar noch einen Geldbetrag an einen unbekannten Empfänger zu überwiesen, legen Sie umgehend auf“, raten die Verbraucherschützer.

Information über Zwangsvollstreckung

Ein weiterer Betroffener habe von einem Anrufer berichtet, der sich bei ihm als „Herr Kahn von der Verbraucherzentrale Hamburg“ vorstellte. Der Anrufer habe erklärt, dass eine Zwangsvollstreckung in Höhe von 9.800 Euro gegen den Angerufenen vorliegen würde. Diese hätte der Anbieter eines Gewinnspiels gegen ihn erwirkt.

Der Betrüger habe dann die Telefonnummer eines angeblichen Rechtsanwalts mitgeteilt, der kostenlos helfen könne, die Zwangsvollstreckung zu stoppen.

Betroffene sollten Strafanzeige erstatten

Allen, die bereits auf einen betrügerischen Anruf reingefallen sind, rät die Verbraucherzentrale, auf jeden Fall Strafanzeige zu erstatten: „Das ist auch online möglich. Notieren Sie sich zudem die Nummer des Anrufers und informieren Sie die Bundesnetzagentur.“

Wurden Sie auch schon im Namen der Verbraucherzentrale angerufen? Dann melden Sie den Fall bitte unter Missstand melden bei der Verbraucherzentrale Hamburg. So können mit Ihrer Hilfe andere vor den Tricks der Betrüger gewarnt werden.

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