Bewährungsstrafen nach Angriff von Rechtsextremen auf Thessalonikis Bürgermeister

Yiannis Boutaris mit Helfern während der Attacke

Nach dem gewaltsamen Angriff auf den Bürgermeister der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki, Yiannis Boutaris, sind am Mittwoch drei mutmaßliche Rechtsextreme zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Gegen einen 20-Jährigen wurden wegen gefährlicher Körperverletzung 21 Monate Haft auf Bewährung verhängt. Zwei weitere Männer im Alter von 20 und 36 Jahren wurden wegen Sachbeschädigung und öffentlicher Störung zu 14-monatigen Bewährungsstrafen verurteilt.

Ein vierter Beschuldigter soll gesondert vor Gericht gestellt werden, weil er noch minderjährig ist.

Der 75 Jahre alte Boutaris war am Samstag bei einer Gedenkfeier angegriffen und verletzt worden. Bei der Zeremonie wurde der Griechen gedacht, die bei Massakern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs und in den Nachtkriegsjahren ermordet worden waren.

Aufnahmen zeigen, wie Boutaris von Demonstranten attackiert und mit Gegenständen beworfen wurde. Der Bürgermeister stürzte zu Boden. Als Boutaris sich in seinen Dienstwagen rettete, versuchten einige Angreifer, die Scheiben des Autos zu zerstören. Vor Gericht sagte der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt Griechenlands, vor dem tätlichen Angriff sei er als "Türkenfreund und dreckiger Jude" beschimpft worden.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatte "rechtsextreme Schläger" für die Tat verantwortlich gemacht. Die meisten Parteien verurteilten die Tat. Die Tochter des Parteichefs der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte, Ourania Michaloliakou, warf dem Bürgermeister hingegen vor, "anti-griechisch" zu sein, und gratulierte den Angreifern.