Bewaffnete Gruppe plündert Lagerhaus mit 2000 Tonnen Lebensmittelhilfen im Sudan

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Sudanesin bei Protest gegen Vergewaltigungen (AFP/Ebrahim HAMID) (Ebrahim HAMID)

Im Sudan hat eine bewaffnete Gruppierung ein Lagerhaus des Welternährungsprogramms (WFP) mit knapp 2000 Tonnen Lebensmittelhilfen geplündert. Derzeit werde ausgewertet, wie viel aus der Lagerhalle in der Region Darfur im Westen des Sudans gestohlen worden sei, sagte ein WFP-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Darfur wird seit Jahren von Konflikten erschüttert, bei denen nach UN-Angaben seit 2003 mindestens 300.000 Menschen getötet und 2,5 Millionen vertrieben wurden.

Ein Anwohner berichtete, am Dienstagabend seien im Osten von Al-Fascher in Nord-Darfur zahlreiche Schüsse zu hören gewesen. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Suna wurde in dem Ort nach der Plünderung eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Die humanitäre Hilfe sollte "niemals" zur Zielscheibe werden, erklärte die Vize-Chefin der UN-Mission im Sudan, Khardiata Lo N’diaye. Jeder dritte Mensch im Land sei auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Wegen der zahlreichen Verbrechen, die seit 2003 im Darfur-Konflikt begangen wurden, verlangt der Internationale Strafgerichtshof die Verurteilung des 2019 gestürzten Machthabers Omar al-Baschir. Damals hatten sich verschiedene Volksgruppen gegen al-Baschirs Herrschaft aufgelehnt.

Der Machthaber ging vor allem mit der Entsendung der berüchtigten arabischen Dschandschawid-Milizen gegen die Aufständischen vor. Ihnen werden unter anderem "ethnische Säuberungen" und Vergewaltigung vorgeworfen.

Bis heute kommt die Region nicht zur Ruhe: Insbesondere in West-Darfur wurden in diesem Jahr bei Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und bei Angriffen von Milizen mehrere hundert Menschen getötet. Allein in den vergangenen drei Monaten lag die Zahl der getöteten Zivilisten bei Auseinandersetzungen zwischen Viehzüchtern und Bauern bei rund 250.

ao/noe

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