Bewohnerparken: Nur wenige Ehrenfelder informierten sich

Initiativen und Fahrradverkehrsgruppen nehmen Stellung.

Das Bewohnerparken in Teilen Ehrenfelds ist zwar noch keine beschlossene Sache, doch kaum jemand hat Zweifel, dass es kommen wird. Der größte Teil der betroffenen Ehrenfelder scheint sich damit abgefunden zu haben und blieb der Informationsveranstaltung in der Aula des Berufskollegs an der Weinsbergstraße fern.

Dabei hätten sie hier die Möglichkeit gehabt, Fragen und Anregungen loszuwerden. Davon aber machten nur wenige Bürgerinnen und Bürger Gebrauch. Unter den etwa 60 Interessierten waren zahlreiche Bezirksvertreter. Sie wollen jedoch erst nach den Sommerferien das Thema Bewohnerparken auf ihre Tagesordnung setzen.

Dabei werden sie auch auf die Bürgerresonanz eingehen. Vom Angebot, Statements und Fragen auf Karteikarten abzugeben, wurde reger Gebrauch gemacht. Es gab Hinweise auf bestimmte örtliche Gegebenheiten oder allgemeine Pro- und Kontra-Stimmen.

Verwaltung erwartet Rückgang abgestellter Autos um 30 Prozent

Auf einigen Karten war zu lesen, dass das Bewohnerparken und die damit verbundenen Gebühren in Ordnung seien, denn Autos sollten prinzipiell nicht mehr kostenlos auf der Straße abgestellt werden dürfen. Andere wiederum vertraten die Auffassung, dass mit dem Bewohnerparken den Bürgern Geld „abgeknöpft“ werde für etwas, das ihnen sowieso schon gehöre, nämlich der öffentliche Raum.

Die Stadtverwaltung erwartet nach den bisherigen Erfahrungen mit Bewohnerparkgebieten auch in Ehrenfeld einen Rückgang der abgestellten Autos um 30 Prozent. „Das Ziel ist, die Dauerparker herauszuhalten, die nicht im Gebiet wohnen und beispielsweise als Pendler kommen“, sagt Angela Stolte-Neumann vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik.

Auch bei einem Rückgang um 30 Prozent wäre es in vielen Straßen immer noch recht voll. Bei den Voruntersuchungen zum Bewohnerparken zählten die städtischen Mitarbeiter fast überall eine Auslastung des Parkraumes von mehr als 100 Prozent.

Das bedeutete, dass in diesen Straßen außer auf den legalen Abstellmöglichkeiten noch weitere Autos in Parkverbotszonen wie Wendehämmern oder Kurvenbereichen standen. „Man wird also weiter um den Block fahren müssen“, seufzten manche Bürger bei der Informationsveranstaltung. Andere setzen große Hoffnungen darauf, dass tatsächlich weniger Autos in den Straßen abgestellt werden.

Forderung nach Mindestbreite für Gehwege

Die Initiative Agora Köln, die Radverkehrsgruppe Ehrenfeld im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub sowie der Verkehrsclub Deutschland sehen im Vorhaben einen „großen Schritt“ zur Umsetzung des städtischen Konzepts „Köln mobil 2025“. Damit soll die Verkehrsinfrastruktur den modernen Anforderungen angepasst werden.

Die Verbände schlagen aber noch mehr vor: Sie wollen, dass eine „Regelbreite von 2,50 Metern“ für Gehwege geschaffen wird, sobald Straßen umfangreich umgebaut werden. Diese Breite entspreche den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen. Bei kleineren Umgestaltungen oder der Erneuerung von Markierungen sei ein Beschluss der Bezirksvertretung zu beachten. Diese hatte eine Mindestbreite von zwei Metern für Gehwege gefordert.

Im Zuge der weiteren Planungen und der Umsetzung des Bewohnerparkens sollten die bestehenden Markierungen überprüft und „im Falle gravierender Behinderungen des Fußverkehrs angepasst werden“. Im Klartext bedeutet dies, dass an solchen Stellen das Parken künftig nicht mehr möglich wäre. Zudem fordern die Verbände stärkere...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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