BGH prüft Anforderung an Trittschallschutz bei Bad in Eigentumswohnung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Freitag geprüft, welche Standards zum Trittschallschutz eingehalten werden müssen

Ein häufiger Streitfall: In der älteren Eigentumswohnung soll etwa das Bad modernisiert, der alte Estrich aus- und eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Doch die Eigentümer darunter fordern die Einhaltung eines Trittschallschutzes nach den aktuell strengsten Richtwerten. Der Wohnungsbesitzer darüber will aber nur die Grenzwerte einhalten, die zum Zeitpunkt des Hausbaus galten. Solch einen Streit hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Freitag mündlich verhandelt.

Das Gericht machte dabei die bislang in zwei Urteilen gezogenen Grenzen klar: Wird etwa nur ein Fußbodenbelag durch Parkett ersetzt, muss der Trittschallschutz nur die Richtlinien zum Zeitpunkt des Hausbaus entsprechen. Wir dagegen mit einer Kernsanierung in die Bausubstanz eingegriffen oder etwa im Dachstuhl eine neue Wohnung eingebaut, liegt eine "bauliche Veränderung" vor, die aktuelle Schallschutzrichtwerte beachten muss.

Eine Badezimmersanierung, deutete das Gericht an, ist aber womöglich nur eine "modernisierende Instandsetzung", die sich an den Trittschallschutzgrenzwerten zur Zeit des Hausbaus orientieren muss. Müssten Wohnungseigentümer die jeweils modernsten Grenzwerte einhalten, wären Wohnungssanierungen nur noch bei einem sehr hohem finanziellen Aufwand möglich, hieß es von der Richterbank. Das Urteil soll am 16. März verkündet werden.