Biden nennt Trump bei Pressedinner eine "schreckliche Plage"

·Freier Autor

Zum ersten Mal seit sechs Jahren gab es wieder ein "White House Correspondents' Dinner" unter Anwesenheit des US-Präsidenten. Und Joe Biden teilte dabei genüsslich gegen Donald Trump aus.

US-Präsident Joe Biden erschien zum erschien zum
US-Präsident Joe Biden erschien zum "White House Correspondents' Dinner" standesgemäß im Tuxedo. (Bild: REUTERS/Al Drago)

Das "White House Correspondents' Dinner" gehört zur US-amerikanischen Politik, wie die präsidiale Inauguration. Dabei müssen die Amtsträger und die Medien von den eingeladenen Comedians häufig ziemlich viel einstecken und sich die Witze auf ihre Kosten auch noch von der Bühne aus anschauen - und dabei möglichst gute Mine bewahren.

In den vergangenen zwei Jahren war das Traditions-Event wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte einen Besuch der Veranstaltung stets verweigert. Schon 2017 war er nach seiner Wahl der erste US-Präsident seit Ronald Reagan 1981, der nicht beim "White House Correspondents' Dinner" erschien. Reagan hatte allerdings eine bessere Entschuldigung, er war kurz zuvor bei einem Attentatsversuch schwer verletzt worden und rief sogar noch aus dem Krankenhaus an, um ein paar Witze zu erzählen.

"Das wäre ein echter Coup"

Joe Biden hatte am vergangenen Samstag nun die Chance, sich einmal mehr von seinem Amtsvorgänger abzusetzen und erschien wieder persönlich zu der Gala in Washington D.C., zu der dieses Mal TV-Comedian Trevor Noah als Host eingeladen war.

Traditionell bekommt die geladene Hauptstadtpresse dabei ihr Fett weg. So begann Biden seine Rede mit einem Seitenhieb gegen die anwesenden Journalist*innen: "Ich freue mich sehr, heute mit der einzigen Gruppe an Amerikanern zusammen zu sein, deren Zustimmungsrate noch niedriger als meine ist." Laut Umfragen denken aktuell nur noch 41 Prozent der US-Amerikaner*innen, dass Biden seine Arbeit gut macht. Doch dann ging es schnell gegen Trump. "Wir hatten eine schreckliche Plage" setzte Biden an und schloss mit der Punchline: "Gefolgt von zwei Jahren Covid." Auch den versuchten Umsturz vom 6. Januar 2021 sprach Biden an: "Stellt euch nur vor, mein Vorgänger wäre dieses Jahr zum Dinner erschienen. Das wäre ein echter Coup gewesen!"

Biden scherzt über sein Alter

Neben einigen ernsthafteren Tönen, in denen Biden die Wichtigkeit von Demokratie und freier Presse unterstrich, nahm der 79-Jährige auch sich selbst aufs Korn. Die Tradition des "White House Correspondents' Dinner" gebe es ja bereits seit 1924 unter Präsident Calvin Coolidge, so Biden "ich war damals gerade das erste Mal in den Senat gewählt worden."

An dem Event nahmen 2.500 geladene Gäste teil, darunter auch First Lady Jill Biden. Nicht darunter war allerdings Vize-Präsidentin Kamala Harris, die vor Kurzem positiv auf Corona getestet worden war und sich noch in Quarantäne befindet. Als er das Mikrofon an Trevor Noah übergab, versprach Biden: "Jetzt darfst du den Präsidenten der Vereinigten Staaten roasten. Und anders als in Moskau wanderst du dafür nicht ins Gefängnis."

Trevor Noah appelliert an die Presse

Auch Noah, Host der politischen Comedysendung "The Daily Show", nutzte die Chance, um gegen die anwesende Presse und zahlreiche der Trump-nahen Republikaner*innen auszuteilen. Vor allem den konservativen Sender "Fox News" zerlegte der Comedian nach Strich und Faden.

Doch natürlich bekam auch Biden einige Witze auf seine Kosten zu hören. Noah sprach über den internationalen Eklat, den Bidens Forderung nach Putins Amtsenthebung verursacht habe. "Dann aber bekamen sie erklärt, das nichts von dem, was Biden gerne möchte, jemals in die Tat umgesetzt wird" scherzte Noah. Es seien schwere Zeiten für die Medien, sagte Noah gegen Ende seines Auftritts: "Es ist das goldene Zeitalter der Verschwörungstheorien. Ob es die Rechte ist, die immer noch glaubt das Trump die Wahl 2020 gewinnen kann. Oder die Linke, die immer noch glaubt, dass Biden die Wahl 2024 gewinnen kann." Doch am Ende appellierte auch der Comedian noch einmal mit großem Ernst an die Verantwortung der Medien: "Ihr alle seid Bastionen der Demokratie, ob ihr das wollt oder nicht."

Im Video: "Wir hatten eine schreckliche Plage, gefolgt von Covid" - Biden scherzt beim Pressedinner

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.