Biden spricht in Telefongespräch mit Putin Vergiftung Nawalnys an

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Der damalige Vizepräsident Joe Biden bei einem Treffen mit dem damaligen Premierminister Wladimir Putin 2011 in Moskau (Bild: AP Photo/Alexander Zemlianichenko)
Der damalige Vizepräsident Joe Biden bei einem Treffen mit dem damaligen Premierminister Wladimir Putin 2011 in Moskau (Bild: AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Der neue US-Präsident Joe Biden hat in seinem ersten Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin seit Amtsantritt eine Reihe von Konfliktthemen angesprochen.

Bidens Sprecherin Jen Psaki sagte am Dienstag im Weißen Haus, der Präsident habe sich unter anderem zur "Vergiftung" des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny und zum "Umgang der russischen Sicherheitskräfte mit friedlichen Demonstranten" geäußert. Der Präsident habe zudem den Rückhalt der USA für die Souveränität der Ukraine angesichts von "Russlands anhaltender Aggression" bekräftigt, sagte Psaki.

Weitere Themen seien eine Verlängerung des Abrüstungsvertrags New Start, Berichte über russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan, ein großangelegter Hackerangriff auf die USA im vergangenen Jahr sowie Einmischungen in die US-Wahlen im November gewesen.

Putin wirbt um Normalisierung - Abrüstungsvertrag verlängert

"Seine Absicht war es auch klar zu machen, dass die USA entschlossen handeln werden, um unsere nationalen Interessen angesichts bösartiger Aktionen Russland zu verteidigen", sagte Psaki über Biden. Putin warb nach Angaben des Kreml in dem Telefonat für eine "Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und den USA". Dies wäre im Interesse beider Länder und der internationalen Gemeinschaft.

Das russische Außenministerium vermeldete am Mittwoch, dass der New-Start-Vertrag ohne Änderungen um fünf Jahre verlängert werde.

Biden hatte seinem Vorgänger Donald Trump im Wahlkampf wiederholt eine zu nachgiebige Linie im Umgang mit Russland vorgeworfen. Bereits am Montag äußerte sich der neue US-Präsident nach der Festnahme tausender Kreml-kritischer Demonstranten in Russland "sehr besorgt", bekräftigte aber zugleich seinen Willen zur Zusammenarbeit mit Moskau bei der Rüstungskontrolle.

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