"Bild": Mutmaßlicher Schweizer Spion war womöglich Doppelagent

Schweizer Flagge und Tracht

Der unter Spionageverdacht festgenommene Schweizer ist einem Zeitungsbericht zufolge vermutlich ein Doppelagent gewesen. Der 54-Jährige sei im Februar 2015 in Bern vorübergehend festgenommen und von der Polizei "wegen des Verdachts des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes" vernommen worden, berichtete die "Bild" am Dienstag unter Berufung auf eigene Recherchen. Daniel M. habe angegeben, von deutschen Auftraggebern damit beauftragt worden zu sein, Banken und Kundendaten in der Schweiz auszuspionieren.

Berichten vom Wochenende zufolge soll M. auch deutsche Steuerfahnder ausgespäht haben. Die Bundesanwaltschaft hatte die Festnahme des Schweizers "wegen mutmaßlicher geheimdienstlicher Agententätigkeit" für "den Geheimdienst einer fremden Macht" am Freitag mitgeteilt, sich aber nicht zu den Hintergründen geäußert. Den Medienberichten zufolge soll der Agent aufgrund der Ankäufe von sogenannten Steuer-CDs in Deutschland eingesetzt worden sein.

Mehrere Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, hatten seit Januar 2006 sogenannte Steuersünder-CDs aus der Schweiz und Liechtenstein gekauft. Dies sorgte für Verstimmungen in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz.

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