Bio-Hersteller Zwergenwiese verteidigt süßere Tomatensauce für Kinder

Der Bio-Hersteller Zwergenwiese hat seine Tomatensauce für Kinder gegen Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch verteidigt. Die Sauce wurde für den von Foodwatch verliehenen Negativpreis Goldener Windbeutel nominiert, weil sie mehr als doppelt so viel Zucker wie die Sauce für Erwachsene enthält. In einer Stellungnahme gegenüber Foodwatch erklärte Zwergenwiese, "bei der Süßempfindung gelten für Kinder andere Maßstäbe". Ein süßes Empfinden stelle sich erst bei 8,6 Gramm Zucker pro Liter ein.

Der Zucker sei zudem kein zugesetzter Kristallzucker, erklärte Zwergenwiese weiter. Die Firma setze nur acht Prozent Apfeldicksaft ein. "Die Reduzierung des Apfeldicksaftes ist als Grundgedanke durchaus wünschenswert. Auch wir haben uns in der Entwicklung schon damit beschäftigt. Eine Reduzierung würde auf maximal fünf Prozent Apfeldicksaft möglich sein."

Foodwatch kritisierte diese Ankündigung am Mittwoch als "ungenügend". Die Weltgesundheitsorganisation definiere auch Apfeldicksaft als freien beziehungsweise zugesetzten Zucker.

Die Organisation zitierte Kinderärztepräsident Thomas Fischbach: "Geschmack wird anerzogen und es gehört in die Verantwortung von Herstellern wie Eltern, hier die richtigen Weichen zu stellen."

Manuel Wiemann von Foodwatch sagte AFP: "Wenn Zwergenwiese die Gesundheit von Kindern am Herzen liegt, sollte sich das Unternehmen an den Empfehlungen von Kinderärzten und der Weltgesundheitsorganisation orientieren und bei seiner Kinder-Tomatensauce auf Zuckerzusatz verzichten." Dass ausgerechnet ein Bio-Pionier das Vertrauen der Eltern ausnutze und sich mit hanebüchenen Argumenten aus der Affäre ziehen wolle, "finden wir inakzeptabel".

Der Negativpreis Goldener Windbeutel wird in diesem Jahr zum neunten Mal vergeben. In der Vergangenheit ging er unter anderem an einen Babykeks von Alete und an das Smartwater von Coca-Cola.