Biologisch abbaubar: Brillen aus Kaffeesatz

Im Kaffesatz läßt sich nicht nur lesen - in Kiew werden aus Kaffesatz Brillen hergestellt. Erfinder ist der junge Ukrainer Max Gavrylenko. Zuvor hatte er mit Materialien wie Minze, Petersilie, Buchweizen und Reis experimentiert.

Erfinder Max Gavrylenko:

"Täglich werden weltweit mehr als 2,5 Milliarden Tassen Kaffee getrunken. Eine große Menge an Kaffeerückständen wird nicht verwendet und einfach weggeworfen. Das ist eine eine riesige Menge, die sich für die Produktion von vielen Waren verwenden läßt. Ich habe erst mal mit Sonnenbrillen angefangen."

Nach der Bearbeitung in einer selbst entwickelten Maschine nimmt die Mischung aus Kaffeesatz, Flachsmehl und Pflanzenölen die Form einer Brillenfassung an. Die Brillen riechen leicht nach Kaffee, ihre matten Rahmen lassen sich angenehm anfassen, meint die Mitarbeiterin von Ochis Coffee Eyewear Kateryna Gusarova.

Die Brillen sind für etwa 90 bis 140 Euro online und in einigen Geschäften und Bars in Kiew zu haben.

Als nächstes möchte Gavrylenko versuchen, Geschirr, Zahnbürsten und Telefonhüllen aus Kaffee herzustellen.

Und wenn man seine Brille mal verliert: Nach zehn Jahren wird die Fassung vollständig abgebaut und verwandelt sich in einen natürlichen Bodendünger. Damit zersetzt sich sich etwa 100-mal schneller als herkömmliche Fassungen aus Mineralöl-Kunststoff.