Biontech/Pfizer liefert EU im März vier Millionen Impfstoffdosen mehr

·Lesedauer: 2 Min.
Symbolbild zu Corona-Impfstoff

Die EU hat mit dem Hersteller Biontech/Pfizer die Lieferung von vier Millionen zusätzlichen Dosen Corona-Impfstoff im März vereinbart. Sie könnten in den kommenden beiden Wochen geliefert werden, um in den Mitgliedstaaten gegen "Virus-Hotspots" vorzugehen und die Freizügigkeit in der EU aufrecht zu erhalten, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, "schnelles und entschlossenes Handeln" sei nötig, um "aggressive Virus-Varianten" in den Griff zu bekommen.

In der EU wird seit Ende vergangenen Jahres gegen das Coronavirus geimpft. Die EU-Kommission hat im Auftrag der Mitgliedstaaten über zwei Milliarden Impfdosen geordert. Wegen Produktionsengpässen bei den Herstellern läuft die Impfkampagne aber weiter schleppend.

Die Vereinbarung mit dem Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer sei durch den "erfolgreichen Ausbau der Fertigungskapazitäten in Europa" möglich geworden, erklärte die Kommission. Die zusätzlichen Dosen könnten dort eingesetzt werden, "wo sie am dringendsten benötigt werden", erklärte von der Leyen. Sie verwies auf Grenzregionen. Dort könnten sie dazu beitragen, "den freien Waren- und Personenverkehr zu gewährleisten oder wiederherzustellen".

Die Bundesregierung begrüßte die Ankündigung der EU-Kommission als "erfreuliche Nachricht". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde mit den Ministerpräsidenten der Länder "sehr zeitnah" über den Umgang mit den zusätzlichen Mengen beraten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Deutschland werde zusätzliche Impfdosen nicht ablehnen.

Italien wird nach Angaben aus Regierungskreisen in Rom 532.000 zusätzliche Dosen des Vakzins in den letzten beiden März-Wochen erhalten. Die zusätzlichen Mengen sollen demnach dabei helfen, den Anstieg der Corona-Fallzahlen und die Ausbreitung der Mutanten zu bekämpfen.

Die Kommission zeigte sich derweil trotz eines Rückgangs der Todesfälle "besorgt über die Entwicklung einer Reihe von Covid-19-Hotspots in der gesamten EU". Diese sei insbesondere auf die Verbreitung neuer Varianten zurückzuführen, die ansteckender seien, hieß es.

Die Behörde verwies darauf, dass unter anderem in Regionen wie Tirol in Österreich, Nizza und Moselle in Frankreich, Bozen in Italien und einigen Teilen Bayerns und Sachsens "die Zahl der Infektionen und Krankenhausaufenthalte in den letzten Wochen stark angestiegen" sei. Dies habe angrenzende Mitgliedstaaten dazu gebracht, teils auch Grenzkontrollen einzuführen.

Im Falle Deutschlands gibt es diese Kontrollen zu Tirol und Tschechien. Die EU-Kommission hat diese Kontrollen und Einreisebeschränkungen mehrfach als zu weitgehend kritisiert.

muk/pw/ju