Bislang keine Entspannung zwischen Frankreich und Australien im U-Boot-Streit

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Macron (l.), Morrison (AFP/Thomas SAMSON)

Im heftig geführten U-Boot-Streit Frankreichs mit Australien und den USA gibt es bislang keine Anzeichen für Entspannung zwischen Paris und Canberra. Während sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Joe Biden am Mittwoch um eine Wiederannäherung bemühten, gab Australiens Premierminister Scott Morrison an, Macron habe ihm bislang die kalte Schulter gezeigt.

Er habe sich um ein Telefonat mit Macron bemüht, dieses habe aber "noch nicht" stattgefunden, sagte Morrison am Mittwochabend bei einem Besuch in Washington. "Wir werden Geduld zeigen, wir verstehen ihre Enttäuschung", sagte er mit Blick auf den geplatzten U-Boot-Deal zwischen beiden Ländern.

Die USA, Großbritannien und Australien hatten vergangene Woche ein indopazifisches Bündnis angekündigt, das auch den gemeinsamen Bau von Atom-U-Booten für Australien umfasst. Weil Australien daraufhin ein lange geplantes, milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen ließ, ist Paris extrem verärgert. Unter anderem rief Paris seine Botschafter aus Washington und Canberra zurück.

Biden versuchte am Mittwoch in einem von ihm erbetenen Telefonat mit Macron, die Wogen zu glätten. Das Weiße Haus bezeichnete das Gespräch anschließend als "freundlich". In der kommenden Woche will Frankreich seinen Botschafter zurück nach Washington schicken. Bislang gibt es keine Ankündigungen, dass auch der französische Botschafter nach Canberra zurückgeschickt werden soll.

"Australien hat entschieden, sich aus einem sehr wichtigen Rüstungsvertrag zurückzuziehen", sagte Morrison. Es sei "verständlich, dass Frankreich deshalb enttäuscht" sei. "Ich denke, es wird länger dauern, diese Fragen zu klären, als die zwischen den USA und Frankreich."

jep/pe

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