Bizarrer Wendler-Moment bei DSDS: Gespenster-Gold für Top-Kandidatin

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 5 Min.

Eine Gold-CD aus dem Nichts, wie von Geisterhand. Das gab es noch nie bei DSDS. Aber: "Der, dessen Name nicht mehr genannt werden darf", machte es möglich: Der ungeliebte Gepixelte überreichte seinen Recall-Freibrief. Zu sehen war am Bildschirm aber nur eine überdimensionale Gold-CD. Echt gespenstisch.

"Huch!" Kandidatin Alia Amri konnte kaum glauben, was ihr bei DSDS widerfuhr! (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)
"Huch!" Kandidatin Alia Amri konnte kaum glauben, was ihr bei DSDS widerfuhr! (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Irgendwie ist einem das Fehlen des Herrn W. gar nicht mehr aufgefallen, war eher egal. In der neunten Folge von DSDS rückte die Absenz des einstigen Jurors, "Der, dessen Name nicht mehr genannt werden darf", wieder richtig in den Fokus. Automatisch, denn der ungeliebte und deshalb ausgetriebene Dämon hat ja, wie jeder andere Juror auch, eine Gold-CD für einen besonders guten Kandidaten zu vergeben. Und diesmal war's so weit ...

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"Mein Schatzzzz!" Gollum lässt grüßen. Ein wenig spooky war's auch bei DSDS, als die Zuschauer am Bildschirm sahen, wie sich auf Kandidatin Alia Amri nach wirklich beeindruckender Performance eine monströse Gold-CD zuschob. Witzige Idee der Digitalgrafiker beim RTL: CD vergrößern und dahinter den sonst Gepixelten oder von einem Textfeld ("Ja" oder "Nein") Verborgenen verstecken.

Irgendwie ist das natürlich alles ein wenig arg bemüht mit dem Tilgen des "giurato non grata" (unerwünschter Juror). Aber gut, bald sind die Casting-Sendungen vorbei.

Maite Kelly: "Das tut gut, das zu erleben!"

Die erneute Austreibung des Dämonen W. aus F. war das Highlight der neunten Casting-Folge. Ansonsten gab es etliche gute und ein paar dürftige Leistungen. Aber keine unterirdischen und auch keine menschlichen Dramen. Keine echten und keine aufgebauschten: Sogar Dieter Bohlen, der immer für eine leidlich flapsige und quotensteigernde blumige Beleidigung zu haben ist, war entweder erschöpft oder hatte Samt gefrühstückt. Wie sagte Maite Kelly trefflich: "Das zu erleben, tut gut."

Die Sonne strahlte gülden über Jan-Marten Block. Aber Gold bekam bei DSDS diesmal ein anderer.  (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)
Die Sonne strahlte gülden über Jan-Marten Block. Aber Gold bekam bei DSDS diesmal ein anderer. (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Okay. Natürlich sagte sie es nicht zu Dieter Bohlen, sondern zu einem Kandidaten. Der, Jan-Marten Block, "Nordling" aus Süderlügum, hätte durchaus noch mehr Gold als nur das aus den Sonnenstrahlen im Sonnenuntergang verdient gehabt. Immerhin bestätigte er Maite Kelly in ihrer Entscheidung, das DSDS-Angebot angenommen zu haben: " Das ist der Grund, warum ich zugesagt habe, hier dabei zu sein. Vielen Dank."

Dieter Bohlen hat Probleme mit Maite Kellys Namen!

Überhaupt Frau Kelly: Sie hat sich Respekt verschafft in der Männerunde, wo Dieter Bohlen und Mike Singer ein bisschen wie Papi und Söhnchen (oder Opi und Enkel) wirken. Sie lauscht konzentriert den Beiträgen, analysiert engagiert und stellt sich auch mal gegen die Männermeinung. Ilire Citaku ("Du warst eigentlich immer zu flat") und Mounia Lebate ("Tiefe Stimme, aber mich hat's nicht abgeholt") bekamen von Maite (Bohlen nennt sie so unabsichtlich wie häufig Meike) ein Nein und durften sich bei den Männern bedanken, dass es für den Recall reichte.

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Das gilt auch für Steve Mačo, den Paradiesvogel der Episode. Vor Jahren war die optische Mischung aus Bill Kaulitz und Conchita Wurst schon mal da und verängstigte damals die Jury mit schrillem Gekreisch. Steve (22) ist immer noch "ein bisschen extraanders als die anderen" ("Andere haben nen Hasen als Haustier, ich hab halt nen Dämon im Kopf"), war aber trotzdem diesmal weniger auf Schocken aus. "Sehr, sehr, sehr auffällig" (Dieter) war sein Beitrag ("Bad Guy", Billie Eilish) trotzdem.

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Aber Maite kam die Stimme zu kurz. "Die Performance war super. Aber wenn du so rausgehst, musst du auch gesanglich berühren, dann verzeiht man dir die Freakness." Sie verzieh sie nicht und gab ein Nein. Dabei hatte Steve sie als Gold-Joker gewählt. Aber da - ausnahmsweise - war auf die Männer eben mal Verlass.

Beleidigend wird Maite Kelly nie. Sie streichelt auch schlechte Kanidaten eher raus. Solange sie "ehrlich" sind. Poser mag Maite nicht, wenn einer beim Wort "Gesangs-Wettbewerb" das Wort "Gesang" betont, dann Maite. Sogar Max Janta (19), der sicherlich nicht wirklich mit dem Anspruch antanzte, Sieger der Staffel zu werden, sondern vor allem Spaß haben wollte, fand Gnade vor Maite: "Danke für die gute Stimmung", verabschiedete sie den 1,90-Meter-Schlaks, der nach dem Abi eigentlich "Work & Travel" machen wollte, dann aber lieber "Wodka & Travel" durchzog. Entsprechend nahm er das Ausscheiden locker: "Egal. Gehen wir heute Abend einen trinken, dann passt das wieder."

Dieter Bohlen: "Ich beneide den Typen, der dich mal kriegt!"

Schön: Dieter Bohlen schien mit "Happy-Tea" gegurgelt zu haben. Sonst ist er ja bei Kandidaten mit, sagen wir: bescheidenem Stimmvolumen geneigt, mal so richtig einzuschenken. Good Dieter und bad Dieter? Diesmal gab's Streicheleinheiten auch für Nicht-Talente wie Alisa Maria Beyel. "Ich beneide den Typen, der dich mal kriegt, denn du bist eine liebe Frau. Aber lass das Singen!"

Oder Tobias Tuchscherer. Der hatte es nicht immer leicht - seine erste Ehe ging unter aktiver Mithilfe seines (einstmals) besten Kumpels dramatisch in die Brüche -, aber er hörte nicht auf, ans Gute zu glauben. Und das tut er halt auch, was seine Stimme angeht. Das wiederum ist natürlich ein Trugschluss, auch wenn seine zweite Frau (Tobias: "Für sie will ich DSDS gewinnen!") aufrichtig behauptet, dass sie wegen Begeisterung weint, wenn ihr Tobias im Auto vorsingt.

Und der liebe Dieter fand wirklich total nette Worte: "Du bist nicht der größte Sänger, und du wirst hier auch nicht weiterkommen, aber deine Einstellung ist klasse." Immer wieder aufstehen, weiter kämpfen. Schöner, liebevoller hat Dieter Bohlen selten jemandem gesagt, dass er zu schlecht singt.

Allerdings könnte sich das rächen: Tobias bezieht das "Weiterkämpfen" auch auf seine Stimme. Er will nächstes Jahr zurückkehren.

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