Black Lives Matter: "The Wire"-Star Michael B. Jordan nimmt die Filmindustrie in die Pflicht

Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd gibt es weltweit Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Auf den Social-Media-Accounts von Stars und Hollywood-Funktionären finden sich viele betroffene und solidarische Worte. Michael B. Jordan fordert aber mehr als nur Worte von der Filmindustrie.

Hollywood-Star Michael B. Jordan hat einen eindringlichen Appell für seine Arbeitgeber. (Bild: Rich Fury/Getty Images)

Wenn Hollywood wirklich etwas gegen Rassismus und für die Unterstützung von Schwarzen tun will, sollte es den Blick zunächst auf sich selbst richten und etwas gegen den Mangel an Vielfalt in allen Bereichen der Industrie tun. Das erklärte Michael B. Jordan bei einem Protest im Rahmen der “Black Lives Matter”-Bewegung in Los Angeles am Wochenende, bei dem er sich mit einem Mikrofon an die Menge wandte.

“Lasst uns unsere Dunkelheit ans Licht bringen”

“Ich will, dass wir in dunkelhäutiges Personal investieren”, wird Jordan vom Branchenblatt Variety zitiert. “Ich bin stolz darauf, eine Inklusions-Klausel in meinen Verträgen zu haben und all solche guten Dinge, und ich nutze meine Position, um Diversität zu verlangen. Aber es ist Zeit, dass die Studios und Agenturen und all diese Gebäude, vor denen wir stehen, das Gleiche tun.”

Michael B. Jordan wandte sich an die anderen Protest-Teilnehmer - und an die Menschen in den Gebäuden, vor denen sie standen. (Bild: Rich Fury/Getty Images)

In einem anderen Bereich der Diskriminierung seien hier schließlich bereits Fortschritte gelungen. “Ihr habt euch 2020 einer 50/50-Gleichstellung der Geschlechter verpflichtet”, fuhr Jordan fort. “Wo ist die Herausforderung, sich der Anstellung von Schwarzen zu verpflichten? Schwarze Inhalte, angeführt von schwarzen Produzenten und Beratern. Wollt ihr auch kontrollieren, wie wir Geschichten erzählen? Also lasst uns unsere Dunkelheit ans Licht bringen.”

Jordan lebt seit “The Wire”, was er fordert

In den vergangenen Jahren hat Michael B. Jordan mit Filmen wie dem Marvel-Blockbuster “Black Panther” und dem Gerichtsdrama “Just Mercy” seinen Fokus auf Projekte gelegt, die Geschichten von und über Schwarze erzählen - sei es fiktional oder real. Und auch die Anfänge seiner Karriere waren geprägt von einer wichtigen, bahnbrechenden Geschichte rund um das komplizierte Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung.

Als Teenager spielte Michael B. Jordan (links) eine Schlüsselrolle in der ersten Staffel von "The Wire". (Bild: HBO)

Bekannt wurde Jordan im Teenager-Alter mit der Serie “The Wire”, die bis heute als eine der besten und einflussreichsten Kriminaldramen aller Zeiten gilt. Denn über fünf Staffeln wurde ein komplexes Bild vom Zusammenspiel von Kriminellen, Polizei, Presse und Politik im US-Brennpunkt Baltimore gezeichnet und dabei nichts beschönigt - auch nicht auf Seiten der Polizei. “The Wire” portraitiert sie als Instanz, die bei Weitem nicht nur von Altruismus getrieben wird, sondern von Korruption, Ehrgeiz und Kampf um Hirarchien geprägt ist. Ein Umstand, der der Serie - leider - einen weiteren zeitlosen Aspekt verleiht.

Alle fünf Staffeln von “The Wire” gibt es bei Sky Boxsets und auf Sky Ticket.