• Horst Seehofer kritisiert Gaucks Vergleich von Flüchtlingen mit den Vertriebenen vor 70 Jahren. Foto: Sven Hoppe/dpaHorst Seehofer kritisiert Gaucks Vergleich von Flüchtlingen mit den Vertriebenen vor 70 Jahren. Foto: Sven Hoppe/dpa

    Horst Seehofer spricht von „massenhaftem Asylmissbrauch“ und kritisiert damit Bundespräsident Gauck. Unrecht haben beide.

    Ein Kommentar von Jan Rübel

    Alle drei, vier Monate durchfährt Horst Seehofer ein Ruck. Verdammt, denkt Bayerns Ministerpräsident dann, ich muss mal wieder was für meine rechte Flanke tun. In solch sicheren Abständen also bellt er los, unlängst gegen den Bundespräsidenten. Was war passiert?

    Joachim Gauck hatte zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung gesagt, als Lehre aus der Vertreibung von Millionen Deutschen vor 70 Jahren müsse hierzulande mehr Hilfe geleistet werden. Irgendwie dachte Seehofer, das möge eine passende Steilvorlage sein, zumindest ein ordentlicher Querpass. Flugs diktierte er dem „Münchner Merkur: „Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Heimatvertriebenen, dass sie solche Vergleiche nicht gerne hören.“ Die Fluchtursachen seien jetzt andere. „Jetzt geht es auch um massenhaften Asylmissbrauch. Ich finde diese Diskussion nicht angezeigt.“

    Weiterlesen »from Das ist der wahre Missbrauch von Asyl
  • Die Deutschen und ihr Verhältnis zu den Griechen: Das ist keine einfach Angelegenheit.Die Deutschen und ihr Verhältnis zu den Griechen: Das ist keine einfach Angelegenheit.

    Gerade ist Schimpfen auf die Griechen angesagt. Über Iren oder Polen verliert man auch gern ein schlechtes Wort. Das wird uns noch leidtun.

    Ein Kommentar von Jan Rübel

    Gerade sind wir verdammt sauer auf die Griechen. Verputzen sie doch unser hart verdientes Geld. Ist zwar nicht direkt unseres, kein deutscher Steuerzahler wird wegen der Krise in Athen bluten. Aber immer druff, auf die anderen – warum ist das eigentlich so?

    Ein Blick in italienische Medien zum Beispiel zeichnet ein anderes Bild: Natürlich sind die Spalten voll mit Berichten über die griechische Krise, aber die Artikel handeln von der Suche nach einer Lösung, von der Lage vor Ort. Bevor jemand aufschreit: Italien bürgt mit seinem „hart verdienten Geld“ genauso für Athen wie Deutschland. Nur wird hierzulande gern getan, als wären wir die einzigen Zahlmeister.

    Und die deutschen Medien? Viele ergehen sich in Häme. Zwei Beispiele nur von heute: Viele TV-Kritiken erzählen genüsslich, was der Brüsseler ARD-Korrespondent

    Weiterlesen »from Unser lauter Schrei nach Liebe
  • Wir haben alle versagt

    Bundeskanzlerin Merkel und der griechische Premier Tsipras (Foto: dpa)Bundeskanzlerin Merkel und der griechische Premier Tsipras (Foto: dpa)

    Ende, aus – das Tischtuch zwischen Gläubigern und Griechenland scheint zerschnitten. Für den Scherbenhaufen tragen aber wir alle die Schuld.

    Ein Kommentar von Jan Rübel

    Alexis Tsipras hat eine Menge Leute vor den Kopf gestoßen. Selbst seine engsten Mitarbeiter, mit denen der griechische Ministerpräsident in Brüssel vor die Gläubigerallianz aus Eurozonenländern und Internationaler Währungsfonds (IWF) trat, erfuhren von seinem spektakulären Schritt nur aus den Medien: Das griechische Volk soll darüber abstimmen, ob es die Reformforderungen der Gläubiger im Gegenzug für weitere Hilfen annimmt oder nicht.

    Damit haben alle beteiligten Parteien aus Angst vor der eigenen Courage kapituliert. Es gibt keinen, der sich einfach anschickt, den Karren aus den Dreck zu ziehen. Vor allem ist es die Furcht vor dem Wähler, dem man zu viel Honig versprochen hat – in einer Zeit, die schon lange vorbei scheint.

    Tsipras ist keine Lichtgestalt mehr

    Bis vor kurzem schien Tsipras für einen Teil der Europäer

    Weiterlesen »from Wir haben alle versagt
  • <span class=source>Screenshot / WDR Facebook-Seit</span>e

    Mit rassistischen Verbots-Aufklebern und versteckten Kameras hatte ein WDR-Team einen Linienbus präpariert. Die Fahrgäste reagierten stark.


    Ein Kommentar von Jan Rübel

    Hoppla, was steht denn da? Der Bus der Linie 160 in Essen-Bergerhausen war diese Woche anders als andere. Für ein Experiment hatten Fernsehjournalisten das Gefährt mit Aufklebern versehen wie: „Diese Plätze sind für Inhaber/innen eines gültigen deutschen Personalausweises reserviert“, oder im Sitzbereich hinter der hinteren Bustür stand großformatig: „Ausländer und Asylbewerber benutzen bitte nur die hinteren Sitzreihen!“ Unter versteckten Kameras machten es sich zudem Schauspieler bequem – sie nahmen die Rollen von Fahrgästen und Kontrolleuren ein. Man wollte wissen: Zeigen nicht eingeweihte Passagiere Zivilcourage oder finden sie es vielleicht toll, wenn Rassismus verordnet wird? Dann ging es ab.

    Das Internetportal „Der Westen“ beschreibt die Vorgänge. Da fordert ein weißer Mann zwei Schwarze auf: „Ich möchte hier gerne

    Weiterlesen »from Bus in Essen: Sitzplätze nur für Deutsche!
  • Eine schwierige Beziehung: Griechenland und EuropaEine schwierige Beziehung: Griechenland und Europa

    Sind wir nicht. Aber die Griechen sind weit weg. Denen kann man dann einiges zumuten. Während Brüssel und Athen um ein neues Hilfspaket ringen, ergehen wir uns in Berlin in Überheblichkeit.

    Ein Kommentar von Jan Rübel

    In letzter Sekunde hat die griechische Regierung ein Reformprogramm nach Brüssel gekabelt. Zwölf Seiten lang, viel zu spät. Die Krisenkommunikation des Kabinetts Tsipras steckt selbst in der Krise. Und dennoch geht man aufeinander zu. Was sind die Knackpunkte?

    Auf Seiten der Gläubiger, also der Eurozonen-Länder, wurde gefordert: Für weitere Kredite müssen die Steuern rauf und die Renten runter. Seit Monaten hat sich in Deutschland unter Politikern und Journalisten ein Ton eingeschlichen, der einfach nur müde macht. „Diese Griechen“, heißt es wie in einer Seifenoper. Ich kann es nicht mehr hören. In Griechenland zerbricht gerade der Alltag, während wir in Deutschland auf dem Sofa sitzen und uns sonstwas kraulen.

    Wir kriegen es nicht hin. Sollten wir leisten, was „diese

    Weiterlesen »from Warum wir besser sind als die Griechen
  • Virusinfektionen wie HIV können nicht durch Mückenstiche übertragen werden. Foto: dpaVirusinfektionen wie HIV können nicht durch Mückenstiche übertragen werden. Foto: dpa

    Nicht nur wir Menschen freuen uns über den Sommer - auch ein anderes Lebewesen jubelt in diesem Jahr über ideale Bedingungen: Die Stechmücke. Nach Regen und anschließender Hitze gibt es perfekte Voraussetzungen für die blutdurstigen Sauger, die uns nicht selten den Grill-Abend vermiesen. Aber sind Mückenstiche wirklich harmlos? Die wichtigsten Fakten zu Mückenstichen.

    In unserem Land müssen wir uns über Malaria, Gelbfieber und andere von Mücken übertragene Krankheiten glücklicherweise keine Sorgen machen. Trotzdem fragen sich viele zu Recht, ob der Mückenstich ein Risiko für die Gesundheit darstellt. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

    1. HIV/AIDS kann NICHT durch Mücken übertragen werden

    Man stelle sich vor, eine Mücke sticht einen Menschen mit HIV, fliegt zum nächsten Opfer und sticht zu. Besteht in diesem Fall ein Risiko, sich über den Stechrüssel der Mücke mit HIV anzustecken? Die Antwort lautet ganz klar NEIN. 

    Der wichtigste Grund dafür: Der Erreger von AIDS - das HI-Virus -

    Weiterlesen »from Fliegende Blutsauger - die wichtigsten Fakten zu Mückenstichen und Gesundheit
  • Das Urteil im Fall Tugce steht fest - jetzt wird es eingeordnetDas Urteil im Fall Tugce steht fest - jetzt wird es eingeordnet

     Die Grautöne fehlten in der Berichterstattung über den Fall Tugce Albayrak, monierten Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht gleichermaßen. Tugce Albayrak sei nicht die strahlende Heldin gewesen, zu der sie die Medien machten, und Sanel M. nicht der finstere Schläger. Die mediale Vorverurteilung ist in der Tat zu rügen. Wie so oft in letzter Zeit. Sie hatte weitreichende Folgen.

    Von Wiebke Ramm

    Zeugen gelten vor Gericht ohnehin als schwaches Beweismittel. Zeugen irren, Zeugen lügen, Zeugen vergessen. Der persönliche Eindruck, den sie vor Gericht machen, ist nicht selten ein anderer, als der, den sie in polizeilichen Vernehmungsprotokollen erwecken. So auch in diesem Prozess. Manche können keinen Satz geradeaus formulieren, andere wollen erkennbar ihren Freunden gefallen, wieder andere trauen sich nicht zu sagen, wenn sie etwas nicht sicher wissen. Das alles ist bedeutsam, um bewerten zu können, wie glaubhaft die Angaben des Zeugen sind – die im Zweifel über die Freiheit eines

    Weiterlesen »from Urteil im Fall Tugce: Vorbild und Mahnung
  • Rachel Dolezal als erwachsene Frau und als junges M&auml;dchenRachel Dolezal als erwachsene Frau und als junges Mädchen

    Amerika diskutiert über Rachel Dolezal: Jahrelang gab sie an, schwarz zu sein. Ihre Eltern sagen nun: Sie ist weiß. Was denn nun?

    Ein Kommentar von Jan Rübel

    Verdammt schnell geht es mit der Berühmtheit im Netz – auch ungewollt. Wie mag es wohl gerade Rachel Dolezal ergehen? Bis vor wenigen Tagen noch war die 37-Jährige eine unbekannte Bürgerrechtsaktivistin und Professorin in einem Vielen unbekannten Ort, nämlich der 200.000-Einwohner-Stadt Spokane im Osten des US-Bundesstaat Washington. Dann kam einiges ins Rollen.

    Dolezal war bis vor kurzem örtliche Vorsitzende der „National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP), der bekanntesten Bürgerrechtsbewegung für gleiche Rechte in den USA. In ihrem sozialen Umfeld: viele Schwarze. Ihr ehrenamtliches Engagement: gegen die Benachteiligung Nicht-Weißer. Ihr Job: Afrikastudien. Und Dolezal gab jahrelang an, dass sie neben weißen und indianischen Wurzeln auch afrikanische habe. Letzteres haben nun ihre Eltern bestritten.

    Weiterlesen »from Wie ich selbst ein Schwarzer wurde
  • Darf der das?

    Bei den Debatten um die Homo-Ehe gab es eine Anspielung auf Bundeskanzlerin Merkel. (Bild: dpa)Bei den Debatten um die Homo-Ehe gab es eine Anspielung auf Bundeskanzlerin Merkel. (Bild: dpa)

    Eklat im Bundestag: Bei der Debatten um die „Homo-Ehe“ spielt ein Staatsminister auf Angela Merkel an – sie ist verheiratet, aber keine Mutter. Dabei sagt er nur Selbstverständliches.

    Ein Kommentar von Jan Rübel

    Neuerdings gruselt man sich in der Union vor den Iren. Nicht weil sie sich etwa vor Schuldenzahlungen drückten oder ein Exportverbot für Whiskey aussprächen – Irland wandelt sich zum Schreckgespenst für CDU und CSU, weil sich die Iren in einer Volksabstimmung für die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aussprachen, in Deutschland nennen wir es, mit einem Geschmäckle versehen, die „Homo-Ehe“.

    Das Gruseln hat den Bundestag erfasst. Ans Mikro schritt in dieser Woche Helmut Brandt von der CDU. Er sei „ganz eindeutig“ dagegen, homosexuelle Partnerschaften komplett gleichzustellen, rief er. „Es gibt eben diesen Unterschied.“ Die Ehe beruhe auf dem Prinzip der Fruchtbarkeit, sagte der CDU-Politiker weiter. Er betonte, „dass die klassische Ehe zwischen Mann und Frau

    Weiterlesen »from Darf der das?
  • Ein Katzen-Parasit könnte ungeahnte Folgen haben (Bild: CF)Ein Katzen-Parasit könnte ungeahnte Folgen haben (Bild: CF)

    Für viele Katzenfreunde ist es eine unangenehme Nachricht: Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen einem von Katzen übertragenen Parasit und psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie und Depression geben könnte. Der Parasit, um den es hier geht, ist dabei kein unbekannter: Toxoplasmen, die Verursacher der besonders bei Schwangeren gefürchteten Toxoplasmose.

    Forscher der renommierten Johns Hopkins University in den USA haben herausgefunden, dass Kinder, die mit Katzen aufwuchsen, später häufiger ernste psychische Krankheiten entwickelten. Auch weitere Studien aus anderen Ländern haben in der Vergangenheit gezeigt, dass eine Person, die den Katzenparasiten in sich trägt, eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit hat, Schizophrenie zu entwickeln. Der Grund: Ein fieser Parasit mit dem Namen Toxoplasma gondii.

    Aber erstmal der Reihe nach: Was ist eine Toxoplasmose?

    Unter einer "Toxoplasmose" versteht man die Infektion mit einem Parasiten namens Toxoplasma

    Weiterlesen »from US-Studie: Katzen-Parasit könnte psychische Krankheiten verursachen

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