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Augengrippe auf dem Vormarsch: Das muss man wissen

Es beginnt urplötzlich mit roten und geschwollenen Augen, Jucken undBildquelle: Fotolia Brennen. Eine virale Augenentzündung - auch als "Augengrippe" bekannt - ist nicht nur sehr unangenehm, sondern auch hoch ansteckend. Seit 2011 registrieren Wissenschaftler in Deutschland gehäuft Ausbrüche der infektiösen Bindehaut- und Hornhautentzündung. Yahoo! Gesundheit klärt die wichtigsten Fragen zur "Augengrippe":

Die "Augengrippe" – was ist das?

Was volkstümlich oft als "Augengrippe" bezeichnet wird, heißt in der Fachsprache Keratoconjunctivitis epidemica. Es handelt sich dabei sich um eine Entzündung des Auges, genauer genommen der Horn- ("Kerato-") und Bindehaut ("-conjunctivitis"). Hervorgerufen wird das Ganze durch sogenannte "Adenoviren" – eine Art von Viren, die auch für eine Vielzahl anderer Infektionskrankheiten verantwortlich ist.

Wie wird die Augengrippe übertragen?

Adenoviren, die Erreger der Augengrippe, sind äußerst ansteckend! Deswegen kommt es sehr leicht durch Schmierinfektion zur Übertragung ins Auge. Der Infektionsweg ist leicht nachzuvollziehen: 14-mal pro Tag reiben wir uns meist unbewusst die Augen. Menschen mit Augengrippe machen dies wegen Jucken und Brennen sogar noch häufiger. In der Tränenflüssigkeit von Infizierten sitzen unzählige Viren, die dann über die Finger auf alle möglichen Gegenstände (Türklinken etc.) geschmiert oder beim Handschlag weitergegeben werden. Auf diese Weise kann es sogar zu richtigen Epidemien der Augengrippe kommen. Laut Robert-Koch-Institut wird die Augengrippe jedoch am häufigsten durch verunreinigte Instrumente in Gesundheitseinrichtungen verursacht.

Was sind die Symptome der Augengrippe?

Fünf bis zwölf Tage nach erstem Virenkontakt mit den Augen kommt es typischerweise zu einem abrupten Beginn der Symptome an einem Auge. Von heute auf morgen juckt, brennt und tränt es - nach etwa einer Woche hat sich die Infektion meistens auch auf das zweite Auge übertragen. Betroffene berichten über das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Im Verlauf der Krankheit schwellen dann die Lider an und über Nacht verkleben die Augen. Oft sind zusätzlich die Lymphknoten am Kiefer und hinter den Ohren geschwollen.

Zwei bis vier Wochen lang dauert die Tortur. Glücklicherweise heilt die Infektion nach diese Zeit fast immer vollständig aus. Selten kommt es als Spätfolge zu Hornhauttrübungen, die das Sehvermögen langfristig beeinträchtigen.

Habe ich immer eine "Augengrippe", wenn meine Augen entzündet sind?

Nein. Unsere Augen sind täglich mit unzähligen Krankheitserregern und Umwelteinflüssen konfrontiert. Eine Augenentzündung wird daher nicht nur durch Viren hervorgerufen: Bei der allergischen Bindehautentzündungen sind zum Beispiel Pollen dafür verantwortlich, dass die Augen gerötet und entzündet sind. Hier sind die Symptome aber deutlich harmloser. Besonders schwer ist es hingegen, eine bakterielle Augenentzündung von einer viralen zu unterscheiden.

Wie sieht die Therapie der Augengrippe aus?

Im Gegensatz zu einer bakteriellen Augenentzündung, die man mit Antibiotika behandelt, gibt es für die Augengrippe keine Therapie! Auch ein halbes Jahrhundert nach Entdeckung der Viren als Auslöser der Augengrippe ist die Krankheit noch immer ein ungelöstes medizinisches Problem. Zwar können die Symptome mit Tränenersatzmitteln oder Salben gemildert werden - letztendlich heißt es aber "Aussitzen". Am wichtigsten ist es deswegen, auf strikte Hygiene zu achten, damit die Augengrippe nicht weitergegeben wird.

Wie kann man sich schützen?

Keine Therapie und keine Impfung - um sich zu schützen, gibt es nur eins: Hygiene, Hygiene, Hygiene! Besonders wenn im engen Umkreis ein Familienmitglied erkrankt ist, müssen im Umgang mit der betroffenen Person strikte Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Dazu gehört auch, dass Personen Handtücher separat benutzen. Auch wenn es durch den Juckreiz schwer fällt: Ein Augenarzt rät den Betroffenen, jeglichen Hand-Augenkontakt zu vermeiden. Falls es doch passiert, müssen die Hände desinfiziert werden. Öffentliche Schwimmbäder oder Saunen sind natürlich absolut tabu, bis die Infektion ausgeheilt ist.

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