Gib Krebs keine Chance! Symptome, die oft ignoriert werden

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In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall mit über 40 Prozent noch immer die häufigsten Todesursachen. Dicht gefolgt von Krebserkrankungen: Bei Männern ist es das Prostatakarzinom, während Frauen besonders häufig an Brustkrebs erkranken. Generell gilt: Je früher Krebs entdeckt wird, desto besser kann die Erkrankung behandelt werden. Häufig sind erste Symptome einer Krebserkrankung jedoch so unspezifisch, dass viele Menschen sie ignorieren. Yahoo! Nachrichten gibt einen Überblick über Symptome, die viel bedeuten können, aber oft übersehen werden.

Besonders bei älteren Männern gehört der Prostatakrebs zu einer der häufigsten Tumorerkrankungen. Bei der Statistik über Krebsneuerkrankungen der Frauen wird deutlich, dass der Brustkrebs die Liste anführt. An zweiter und dritter Stelle folgen bei beiden Geschlechtern Darmkrebs und Lungenkrebs.

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Nicht alle bösartigen Tumore rufen Symptome hervor und werden deswegen oft erst in höheren Stadien als Zufallsbefund diagnostiziert. Eine rechtzeitige und erfolgreiche Behandlung wird dadurch erschwert. Aber dennoch: In zahlreichen Fällen geben maligne (bösartige) Tumore glücklicherweise frühzeitige Signale, die auf ihr Vorhandensein hindeuten. Diese „Tumor-Symptome" sind allerdings sehr unspezifisch und können ebenso von einer anderen und harmloseren Erkrankung herrühren. Gerade deswegen werden Frühzeichen oft übersehen oder als Bagatelle abgetan.

Veränderungen müssen ernstgenommen werden

Die im Folgenden beschriebenen Beschwerden sind laut der American Cancer Society genau diejenigen Symptome, die von den meisten Menschen mit Krebs in unterschiedlichen Stadien beschrieben werden. Ihr Auftreten heißt natürlich nicht zwangsläufig, dass man an Krebs erkrankt ist - denn wie oben erwähnt rufen Tumore nicht selten unspezifische Symptome hervor, die auch andere Ursachen haben können.

Vielmehr sollten folgende Beschwerden - besonders wenn sie in Kombination auftreten - eine Erinnerung daran sein, beim Arzt die Veränderungen am eigenen Körper umgehend abklären zu lassen. Wo sonst ist „lieber einmal zuviel als einmal zuwenig" zutreffender als bei der eigenen Gesundheit?

Auf der Basis einer Liste der Amerikanischen Gesellschaft für Krebserkrankungen sowie der weltberühmten Mayo-Klinik aus den USA hier ein Überblick über geschlechtsunabhängige Symptome, die bei Krebs auftreten können und oft ignoriert werden:

Ungewollter Gewichtsverlust

Was für viele Menschen auf den ersten Blick mehr Segen als Fluch ist, kann in Wirklichkeit ein ernstzunehmendes Zeichen für eine maligne Erkrankung sein: Verliert ein Mensch ungewollt 10 Prozent seines Gewichtes innerhalb der letzten 6 Monate, ohne dass dies aktiv durch Diäten oder Sport forciert wurde, so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Neben einer Krebserkrankung können außerdem eine Schilddrüsenüberfunktion, Lebererkrankung, Diabetes oder Malabsorptionen - also Krankheiten, bei denen Nährstoffe nicht resorbiert werden können - einen Gewichtsverlust verursachen.

In diesem Zusammenhang gibt es in der Medizin ein Symptombild, das in vielen Fällen ein Hinweis auf eine schwere, oft maligne Tumor-Erkrankung ist. Es besteht aus dem oben beschriebenen Gewichtsverlust und zusätzlich starkem Schwitzen in der Nacht sowie Fieber. Häufig kommt außerdem eine generelle Abgeschlagenheit hinzu.

Müdigkeit

Bild: Fotolia

Chronische, extreme Müdigkeit und Abgeschlagenheit ist laut der „American Cancer Society" (ACS) eines der häufigsten Symptome bei einem wachsenden Tumor. Wichtig ist hierbei, dass sich die Müdigkeit auch dann nicht verbessert, wenn man sich viel Ruhe gönnt und viel schläft. Häufig ist das Symptom mit einer Leukämie assoziiert, kann aber ebenfalls von Dickdarm- oder Magenkarzinomen herrühren. Der Grund: Tumore im Gastro-Intestinal-Trakt verursachen häufig starke Blutungen, die folglich zu einer Blutarmut und daher zu Müdigkeit führen.

Oft werden hier zusätzlich Stuhlveränderungen wie pech-schwarz gefärbter „Teerstuhl" oder Blutauflagerungen bemerkt.

Fieber

Fieber ist häufig eine physiologische, ganz normale Reaktion des Körpers bei einer Infektion. Neben banalen Infekten kann Fieber aber auch schwerwiegendere Ursachen haben: Laut der ACS werden alle Krebskranken irgendwann einmal im Verlauf ihrer Erkrankung von hohem Fieber heimgesucht - in vielen Fällen dann, wenn die Krebszellen das Immunsystem beeinflussen.

Besonders bei Lymphomen (Lymphknotenkrebs), einer Leukämie (weißer Blutkrebs) oder dann, wenn beispielsweise die Leber durch Tochtertumoren (Metastasen) von sich ausweitenden Krebserkrankungen in Mitleidenschaft gezogen wird, ist eine starke Erhöhung der Körpertemperatur möglich. Da hohes oder lang anhaltendes Fieber (höher als 39,4 Grad Celsius) aber auch weitere schwerwiegende Erkrankungen als Ursache haben kann, sollte ohnehin immer ein Arzt konsultiert werden.

Schmerz kann ein Zeichen fortgeschrittener Tumorerkankungen sein

Im Verlauf vieler Krebserkrankungen sind Schmerzen ein weit verbreitetes Symptom. Mit Ausnahme von einigen Krebsarten, die sich im Knochenmark manifestieren, sind Schmerzen  jedoch eher Spätsymptome einer malignen Erkrankung.

Generell sind die Schmerzen darauf zurückzuführen, dass der Tumor bereits das ihn umgebende Gewebe verdrängt, auf Nerven einen Druck ausübt oder in Nachbarorgane hineinwächst. Der Ort der Schmerzen kann außerdem Aussagen über die Lokalisation des Tumors geben, doch es gibt auch sogenannte „fortgeleitete Schmerzen": Hier wird ein Schmerz nicht direkt am Ort seiner Entstehung wahrgenommen, sondern in einer anderen Region des Körpers. Das kann der Fall sein, wenn ein Tumor einen Nerv bedrängt, der für eine bestimmte Körperregion "zuständig" ist und für diese Region dann den Schmerz an das Gehirn weitermeldet.

So können beispielsweise Schmerzen in der Hand wahrgenommen werden, obwohl ein Tumor im Bereich der Halswirbelsäule wächst. Dort drückt er auf die aus dem Rückenmark entspringenden Nervenwurzeln, die mit ihren Nervenfasern bis in die Hand ziehen. Weitere oft beschriebene Schmerz-Manifestationen können sein: Schulterschmerzen bei Lungentumoren, tiefe Rückenschmerzen in Zusammenhang mit Eierstock- und Dickdarmkarzinomen oder starke, einseitige Kopfschmerzen oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen bei Hirntumoren.

Anhaltende Verdrauungsbeschwerden

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Die Rhythmik der Verdauung ist bei jedem Menschen individuell sehr verschieden. Es gibt jedoch einige Veränderungen von Verdauungsgewohnheiten oder der Beschaffenheit der Exkremente, die bei jedem Menschen Hinweise auf eine maligne Erkrankung des Magen-Darm Traktes sein könnten: Ein häufiger Wechsel von Verstopfung zu Durchfall und umgekehrt, wiederholte, krampfartige Bauchschmerzen, die länger als eine Woche andauern, Blut im oder am Stuhl, das ihn rot oder schwarz färbt oder bleistiftdünner Stuhl sind einige davon.

Neben den oben genannten Symptomen, die sich eher im Darm abspielen, sollten Beschwerden "eine Etage höher" im Oberbauch ebenfalls nicht ignoriert werden, weil sie ein Zeichen für Krebs sein können: Druck- und Völlegefühl über längere Zeit, Schmerzen nach dem Essen sowie Appetitverlust und eine plötzliche Abneigung gegen Speisen und Getränke, die man früher gerne gemocht hat, sind ernstzunehmende Abweichungen von der Norm. Auch Übelkeit oder Erbrechen über längere Zeit und Schluckstörungen, die das Essen behindern, dürfen nicht als Bagatelle abgetan werden.

Wachsamkeit ja, Panik nein!

Die neusten Zahlen des Robert-Koch-Institutes in Berlin zeigen: In Deutschland erkrankten im Jahr 2010 etwa 450.000 Menschen an Krebs. Im Großteil der Fälle traten die bösartige Neubildungen bei Menschen in höherem Lebensalter auf: Das mittlere Erkrankungsalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei Frauen bei 69, bei Männern bei 68 Jahren.

TÜV für den Körper: Diese Vorsorgeuntersuchungen übernimmt die Kasse

Von Vorsorgeuntersuchungen einmal abgesehen ist man schlicht und einfach selbst derjenige, der erste Symptome einer Krebserkrankung bemerken kann. Wer kennt den eigenen Körper schon besser als man selbst? Wer kann effizienter über einen längeren Zeitraum beurteilen: Hier hat sich etwas verändert, das ist nicht normal?

Autor: Felix Gussone


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