HIV und keine Ahnung? Die wichtigsten Fakten zum AIDS-Erreger

In Form!
Die rote Schleife gilt als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven. (Bild: dpa)


Laut den neusten Zahlen des Robert Koch-Instituts leben etwa 80.000 Menschen in Deutschland mit dem Aids-Erreger HIV. Rund 14.000 der Betroffenen wissen dabei nicht einmal, dass sie infiziert sind - ein großes Risiko, weil so das Aids-Virus unbemerkt weitergegeben werden kann und sich die Infektion häufen. Yahoo! klärt die wichtigsten Fakten zur Ansteckung mit HIV, wie es zu einer unbemerkten Infektion kommen kann und liefert die wichtigsten Fakten zum HIV-Test.

 

Häufigster Grund für HIV-Ansteckung: Sex ohne Kondom

 
Wer ungeschützten Sex hat, setzt sich einem unvorhersehbaren Risiko für HIV und andere Geschlechtskrankheiten aus.
 
Besonders risikoreich sind Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom mit unbekannten Menschen. Oralverkehr birgt eher ein geringeres, aber nicht völlig auszuschließendes HIV-Übertragungsrisiko.
 
Wie wahrscheinlich es letztendlich ist, sich mit HIV anzustecken, hängt dabei von vielen Faktoren ab: Die Menge des HI-Virus im Blut des anderen und Verletzungen der Schleimhäute sind einige Beispiele. Auch andere Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Tripper können die Ansteckungswahrscheinlichkeit stark erhöhen.
 
HIV-Infektion durch Küssen: Theoretisch möglich, in der Realität mehr als unwahrscheinlich
 
Die Übertragung von HIV ist beim Küssen zwar theoretisch möglich, in der Realität jedoch mehr als unwahrscheinlich. Der Grund: Die Übertragung des HI-Virus kann beim Küssen nicht über den Speichel, sondern nur über Blut erfolgen.
 
HIV befindet sich gelegentlich zwar auch im Speichel von HIV-positiven Menschen, doch die Konzentration ist so gering, dass zwei Liter Speichel mit dem Betroffenen ausgetauscht werden müsste, um sich mit HIV anzustecken. Dass dies in der Realität nicht möglich ist, versteht sich von selbst.
 
Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) könnten offene, blutende Verletzungen im Mund oder an den Lippen beim Zungenkuss zu einer Ansteckung mit HIV führen. Weltweit wurde dies aber bisher in keinem Fall als Übertragungsweg nachgewiesen. Das Fazit der BZgA deshalb: „Kein Risiko bei Küssen.”
 
Tödliche Unwissenheit über den eigenen HIV-Status
 
Laut der Deutschen Aids-Hilfe hat die Unwissenheit der geschätzten 14.000 Deutschen über die eigene Infektion gravierende Folgen - für sich und für andere. Der Grund: Eine frühzeitige Diagnose erlaubt einen Therapiebeginn zum optimalen Zeitpunkt. Mithilfe der Medikamente kann das HI-Virus - wenn es rechtzeitig entdeckt wird - im Körper unter Kontrolle gebracht werden. Auf diese Weise wird außerdem das Risiko für eine Übertragung von HIV auf andere minimiert.
 
Bei einer unbemerkten HIV Infektion hingegen kann sich das Virus im Körper millionenfach vermehren. Das Risiko, einen anderen Menschen zu infizieren, steigt dann rapide an.
 
HIV Tests: Häufig kostenlos und anonym
 
Wer nach ungeschütztem Sex Angst hat und Klarheit möchte, der hat mehrere Möglichkeiten: Ein anonymer HIV-Test wird von Gesundheitsämtern überall in Deutschland kostenfrei angeboten. Auch die Deutsche Aids-Hilfe und private Beratungsstellen testen bei Wunsch auf HIV.
 
Natürlich kann man auch beim Hausarzt den HIV-Test machen - dann ist er aber nicht mehr anonym, denn der Arzt weiß schließlich den Namen des
Patienten.
 
Mit HIV-Schnelltests bekommt man das Ergebnis bereits nach 15 Minuten
 
Wenn man beim Gesundheitsamt oder beim Hausarzt einen HIV-Test macht, dauert es meist einige Tage, bis die Blutproben in einem Labor untersucht wurden. Wem diese Zeit zu lange ist, kann einen sogenannten "Schnelltest" machen.
Das Wort Schnelltest meint nicht, dass eine Infektion früher als mit einem normalen Test diagnostiziert werden kann. Mit einem Schnelltest liegt nur das Testergebnis nach kürzer Zeit (ca. 15 Minuten) vor. Hier entfällt die Wartezeit, die dann entsteht, wenn man beispielsweise einen kostenfreien Test beim Gesundheitsamt durchführt. Ein Schnelltest kostet bei der Deutschen Aidshilfen etwa 25 Euro.
 
Selbst nach einem “negativen” Test kann man HIV-infiziert sein
 
Bei den üblichen HIV-Tests wird nicht das HI-Virus selbst, sondern vom Körper gebildete Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Da die Antikörperproduktion im Körper nicht von heute auf morgen geschieht, ist ein HIV-Antikörper-Test auch erst einige Zeit nach einer Ansteckung sinnvoll: Bis zu 90 Tage benötigt der Körper, um Antikörper gegen das HI-Virus zu bilden.
 
Vor dieser Zeitspanne kann ein HIV-Test ein negatives Ergebnis liefern, obwohl sich das Virus unbemerkt im Körper befindet.
Eine Beratung vor einem HIV-Test ist deswegen unabdingbar.
 
Gibt es Symptome einer akuten HIV-Infektion?
 
Viele Menschen fragen sich, ob es Symptome nach einer gerade abgelaufenen HIV-Infektion gibt. Zwar gibt es keine spezifischen Symptome, 90% aller HIV-Infizierten entwickeln jedoch ein bis vier Wochen nach einer Infektion grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, Hautausschlag, Müdigkeit und Halsschmerzen.
 
Oft werden diese Symptome nicht mit einer HIV-Infektion in Zusammenhang gebracht. Leider ist das gefährlich, weil in den ersten Wochen nach der Ansteckung das HI-Virus besonders leicht auf Sexualpartner übertragen werden kann.