Geldfalle Freemium-Games: Für kostenlose Spiele bezahlen

Eigentlich kostenlose Freemium-Games wie "Clash of Clans" verführen mit teuren In-App-Käufen. (Bild: Supercell/iTunes)
Eigentlich kostenlose Freemium-Games wie "Clash of Clans" verführen mit teuren In-App-Käufen. (Bild: Supercell/iTunes)

Gas geben, springen, wilde Saltos schlagen. Das kostenlose Smartphonespiel „Trial Xtreme“ macht aus dem Handybesitzer kurzerhand einen Motocrossfahrer. Doch der Gratis-Spaß ist schnell vorbei. Wer weiter rasen will, muss bezahlen: für neue Strecken, bessere Motorräder, coolere Klamotten. Wer bei solchen Freemium-Games nicht aufpasst, hat schnell mehr Geld hingeblättert als beim Kauf eines Spiels für Konsole oder PC. Experten warnen vor den Abzock-Spielen.

Längst geben Zocker mehr Geld für Spiele auf Smartphones und Tablets aus als für Games auf tragbaren Spielekonsolen, sogenannten Handhelds. Viele der Games für unterwegs werden als gratis angepriesen. So sollen sie sich schnell verbreiten und viele Nutzer finden. Die kostenlosen Spielvarianten machen aber oft nur halb so viel Spaß. Entweder sind sie schnell zu Ende, so wie das „Trail Xtreme“, oder der Spieler muss Stunden warten, bis Aufgaben erledigt sind wie im Aufbauspiel „Paradise Island“. Wer davon genervt ist, und genau darauf spekulieren die Hersteller, muss zahlen. Für neue Motocrosstrecken oder eben dafür, dass auf der paradiesischen Insel in Auftrag gegebene Gebäude schneller fertig werden und man eben nicht mehrere Stunden warten muss. Meistens muss bei solchen In-Game-Käufen erst eine spezielle Spiel-Währung gekauft werden, mit der man dann innerhalb des Spiels shoppen gehen kann.

Experten: Freemium-Games sind Abzocke

Medienexperten warnen vor diesem Trend. Sie werfen den Anbieten vor, die Spieler mit dem kostenlosen Spiel zu ködern und dann abzuzocken. Die Gamer geben dabei teilweise mehr aus, als für ein herkömmliches Computerspiel. Freemium-Games sind für die Hersteller äußerst lukrativ.

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Smartphone-Nutzer kaufen ihre Spiele vermehrt in den Appstores. Mittlerweile geben die Besitzer von iOs- und Androidgeräten für die Spiele-Apps mehr Geld aus als für Handheld-Games für Minikonsolen wie Gameboy und Playstation Vita. Das zeigt eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts International Data Corporation und den Appstore-Analysten von App Annie.

260.000 Euro am Tag

Die beiden Spiele „Die Simpsons: Springfield“ und „Clash of Clans“ sind eigentlich gratis. Dennoch nahm der Hersteller Supercell im vergangenen Herbst mit ihnen durch die erwerbbaren Zusatzfunktionen mehr als 260.000 Euro pro Tag ein. Auch der Spielehersteller Electric Arts teilte mit, in Freemium-Games die Zukunft zu sehen. In diesen Spielen könne man Zocker immer neue Inhalte zur Verfügung stellen. Und das Mobile Gaming scheint unaufhörlich zu wachsen.

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Gerade Kinder sind gefährdet, wenn sie unbedacht Kreditkarteninformationen preisgeben oder den Paypal-Account nutzen. Ein Kind aus dem britischen Bristol verzockte beinahe 2.000 Euro auf dem elterlichen iPad. Britische Verbraucherschützer prüfen nun, ob man die vermeintlichen Gratis-Apps aus den Onlinestores entfernen kann, weil diese die User ködern und zum Geld ausgeben bringen möchten.

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