Getestet: Datenschutz bei Smartphones

Sandra Alter
Total Digital

Getestet: Datenschutz bei Smartphones. (Bild: thinkstock)

Adressbuch, Freundesliste bei Facebook, persönliche Nachrichten – wissen Sie, worauf die Apps genau zugreifen, die Sie auf Ihrem Smartphone nutzen? Einen hohen Sicherheitsstandard in Sachen persönlicher Daten sollte bereits das Betriebssystem eines Handys bieten. Trotzdem darf der Komfort nicht leiden. Wie schneiden die gängigen Betriebssysteme für Smartphones ab, wenn es um Sicherheit geht? Stiftung Warentest hat es untersucht.


Schnell ist eine App heruntergeladen. Gerade die vielen kostenlosen Programme locken Smartphone-Nutzer an. Doch wissen Sie immer ganz genau, welche Daten von der jeweiligen App, die sie gerade nutzen, abgefragt werden? Die meisten Nutzer wissen es nicht, da es mühsam ist, die Datenschutzbedingungen bei jedem Zusatzprogramm zu studieren. Damit Daten da bleiben, wo Sie es wollen, kann das Betriebssystem natürlich grundsätzlich einen Riegel vorschieben. So könnten Apps nicht mehr ungehindert auf Informationen zugreifen.

Stiftung Warentest hat die drei gängigen Betriebssysteme für Smartphones in Sachen Datenschutz auf den Prüfstand geschickt. Untersucht wurden Apple iOS 6.1.3. mit dem iPhone 5, Google Android 4.2.2 mit dem Samsung Galaxy Nexus und Microsoft Windows Phone 8.0 mit dem Nokia Lumia 920. "Ziel war es, herauszufinden, welche Daten der Nutzer eingeben kann und muss, sowie, was die Betriebssysteme an wen senden, und ob sie das verschlüsselt senden", erklären die Experten zu ihrem Test in der aktuellen Ausgabe.

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Bei der Prüfung stellte sich heraus, dass Apple in Sachen Datenschutz vorne liegt. Seit der Version iOS 6 zeigt das iPhone an, welche Apps auf vertrauliche Daten zugreifen. "Mehr noch: Der Nutzer kann diese Rechte beliebig entziehen oder zulassen. Das Geschäft mit den Nutzerdaten und –Profilen soll keine Rolle mehr spielen. Apple-Geräte werfen genug Gewinn ab", so die Warentester.

Ganz anders dagegen sieht es bei Google und Microsoft aus. Bei diesen beiden Systemen muss der Nutzer bei jeder App selbst entscheiden, ob er sie zu neugierig findet. Da bleibt dann nur löschen oder gar nicht erst installieren.

Noch einen weiteren Pluspunkt vergeben die Warentester an das Apple-Betriebssystem: Unter iOS 6 kann die Datensicherung auch lokal auf dem eigenen Rechner durchgeführt werden. "Google Android in seiner Reinform auf Nexus-Smartphones sichert Daten ausschließlich im Internet, in der Cloud, Microsoft Phone 8 ebenso. Immerhin lassen sich Bilder, Musik und Videos via USB auf Computer kopieren", so die Smartphone-Spezialisten. Grundsätzlich sei das Speichern in der Cloud umstritten, denn Server amerikanischer Firmen unterlägen nicht dem strengen deutschen Datenschutzrecht, heißt es weiter.

Der Grad zwischen Komfort und Sicherheit ist denkbar schmal. So werden zum Beispiel bei Google und Apple die Passwörter für WLan-Funknetze im Backup mit gespeichert. Auf den Servern von Apple würden sogar die Passwörter für Onlineshops landen, heißt es weiter im Testbericht. Das sei zwar bequem, wenn die Daten auf ein neues Handy umziehen müssen, aber nicht jeder wolle, dass solche sensiblen Daten in der Cloud gespeichert werden, so die Warentester.

Der iPhone-Hersteller bietet zumindest als Alternative an, die Daten auf dem heimischen Computer zu sichern. Google und Android-Nutzer können auch so verfahren, müssen sich aber dafür eine spezielle Backup-App herunterladen.

Das rät Stiftung Warentest
Wer iOS 6 nutzt kann den Datenschutz für Apps anpassen. Um auch für Android und Windows Phone mehr Sicherheit zu erreichen, sollten aktuelle Updates installiert werden. Mit einer Pin schützt man das Handy vor fremden Zugriff. Sensible Daten sind besser auf dem lokalen Rechner aufgehoben und sollten so mit Hilfe von Apps gesichert werden. Und die Funktionen Bluetooth, WLan und GPS sollten am Handy immer nur bei Bedarf eingeschaltet sein.

Den vollständigen Testbericht der Stiftung Warentest zum Thema „Datenschutz bei Smartphones“ finden Sie hier (kostenpflichtig).