BMW-Chef Zipse: E-Mobilität wird erst 2021 richtig anspringen

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender BMW AG

Konzernchef fasst Elektro-Pläne der Münchner zusammen

"Wir rechnen damit, dass die E-Mobilität ab 2021 deutlich zulegen wird. Ab dann gelten auch die neuen CO2-Vorschriften in der EU," sagte BMW-Chef Oliver Zipse nun bei der Präsentation der Geschäftszahlen zum dritten Quartal. Zipse fasste in seiner Rede auch die weiteren Elektro-Pläne der Münchner zusammen.

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Viele neue Elektroautos kommen bereits dieses Jahr oder 2020 auf den Markt, vor allem der neue VW ID.3 oder auch die Elektromodelle von PSA wie der Opel Corsa-e und der Peugeot e-208. Wenn BMW damit rechnet, dass die E-Mobilität erst ab 2021 richtig anspringt, dann offensichtlich deshalb, weil die Hersteller erst ab diesem Zeitpunkt die scharfen CO2-Vorschriften der EU einhalten müssen. Diese Regeln begrenzen die Flottenemissionen auf 95 Gramm pro Kilometer.

Die EU-Vorschriften wolle und werde BMW erfüllen, so Zipse. Dabei sollen auch die neuen Elektromodelle helfen:

Der iX3 soll vor allem in China verkauft werden: Die Volksrepublik wird der größte Markt für das Elektro-SUV, glaubt man bei BMW. Deswegen wird der Wagen auch dort gefertigt und nicht etwa in Deutschland. Der iX3 wird dann von China aus in alle Welt exportiert. 

Der bereits 2013 gestartete BMW i3, von dem es kürzlich hieß, dass er keinen Nachfolger erhält, soll mit Updates attraktiv gehalten werden. Das Auto verkaufe sich jedes Jahr besser, die Verkäufe haben bis September um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt, so Zipse. Noch 2019 läuft der Mini mit Elektroantrieb an. 78.000 Interessenten hätten sich schon registriert.

Was die eigene Produktion von Batteriezellen angeht (VW plant ja eine größere Fabrik in Salzgitter), so produziere BMW bereits heute Prototypen von Batteriezellen, allerdings hauptsächlich, um sie bezüglich der chemischen Zusammensetzung und des Designs exakt so in Auftrag geben zu können, wie man sie braucht.

In Europa habe BMW in den vergangenen 20 Jahren den CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotte um 40 Prozent verringert. In den nächsten Jahren sollen sie weiter sinken. Elektrifizierte Fahrzeuge sollen beim Fahrzeugabsatz einen immer höheren Anteil ausmachen:

  • 2021 ein Viertel der verkauften Autos
  • 2025 ein Drittel
  • 2030 die Hälfte

Daneben bleibt für BMW die Wasserstoff-Brennstoffzelle eine Option: "In der zweiten Hälfte der 20er-Jahre ist ein Marktangebot möglich", so Zipse. Offenbar wird es sich bei dem BMW i Hydrogen Next, der ab 2022 auf der Straße stehen soll, nur um einen Prototypen handeln.