Bode-Museum in Berlin : Schmelzen bei 1063 Grad - Wie die Münze zu Geld werden kann

Nach dem spektakulären Diebstahl auf der Berliner Museumsinsel gibt es zwar 50 Hinweise, eine heiße Spur hat die Polizei aber nicht.

Nach dem spektakulären Einbruch in das Berliner Bode-Museum ist die Hoffnung der Ermittler gering, die 100-Kilo-Münze namens "Big Maple Leaf" jemals zu finden. Denn die Täter könnten sie einschmelzen und das Gold dann verkaufen. Der Rohstoff behält schließlich seinen Wert, egal in welcher Form er vorhanden ist.

Eingeschmolzen und in Kleinstmengen verkauft, ist es zudem nahezu unmöglich, den Ursprung des Edelmetalls zu ermitteln. Professionelle Goldschmiede schaffen es, vier Kilogramm in 10 Minuten einzuschmelzen. Nötig ist dafür ein Ofen mit 1063 Grad. Doch es geht auch einfacher. "Man kann das Gold auch Abschmelzen", erklärt Goldschmiedemeister Karsten Münchow der Berliner Morgenpost auf Nachfrage.

Dafür reicht schon ein handelsüblicher Schweißbrenner. "Das muss man sich ein bisschen wie beim Bleigießen vorstellen", erklärt Münchow. Das kann man auch im Keller machen.

Heißt: Wenn die Polizei Pech hat, ist die Münze schon längst zerlegt und wird bereits auf dem Markt angeboten. Da das Gold einen sehr hohen Reinheitsgrad hat, könnte es sogar zum Börsenwert verkauft werden. Das erklärt auch, warum die Einbrecher sich nicht für andere Kunst aus dem Museum interessierten. Die Kunstgegenstände sind katalogisiert und können nicht auf dem freien Markt angeboten werden. Hehlerware muss demnach unter Preis verkauft werden. Pures Gold ist also wesentlich lukrativer. Zumal es rein theoretisch möglich wäre, dass die Diebe das Gold über Jahre in kleinen Mengen verkaufen. Das wäre völlig lega...

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