Boliviens Justiz erlässt Haftbefehl gegen Morales

Boliviens Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen Ex-Präsident Evo Morales erlassen. Die Vorwürfe: Rebellion, Terrorismus und Finanzierung von Terrorismus. Publik gemacht wurde das Schreiben von Innenminister Arturo Murillo auf Twitter – exakt 14 Jahre nach der ersten Wahl Evo Morales' zum Staatschef.

Morales will "kämpfen"

Morales reagierte aus dem Exil in Argentinien - ebenfalls per Tweet. Der Haftbefehl sei „ungerecht, illegal und verfassungswidrig.“ Doch er mache ihm „keine Angst“. Im Gegenteil: Nun setze er seinen Kampf mit „noch mehr Kraft“ fort.

Vorwurf Wahlbetrug

Der Sozialist hatte sich im November nach tagelangen Unruhen dem Druck des Militärs und der Opposition gebeugt und war zurückgetreten. Bei seiner Wiederwahl drei Wochen zuvor hatten Beobachter erhebliche Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Morales floh erst nach Mexiko, machte dann Station in Kuba und bekam nun Asyl in Argentinien. Die befreundete linksorientierte Regierung will ihn bald auch offiziell als politischen Flüchtling anerkennen, um seine Auslieferung zu verhindern.

Evo Morales' Anhänger sprechen von einem Putsch und feiern den ersten indigenen Staatschef Boliviens weiter. Er möchte bei der Neuwahl 2020 zwar nicht mehr als Kandidat antreten, aber den Wahlkampf seiner MAS-Partei anführen.