Bombenbastler von Leipzig zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt

Weil er vier selbst gebaute Sprengsätze im Leipziger Stadtgebiet deponierte, ist ein 34-Jähriger vom dortigen Landgericht am Dienstag zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft forderte sieben Jahre Haft und eine anschließende Sicherungsverwahrung, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Das Gericht sprach aber keine Sicherungsverwahrung aus, weil ein Sachverständigengutachten keinen Hang zu neuen erheblichen Straftaten bei dem Angeklagten sah. Die Verteidigung forderte fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Durch die Sprengsätze waren im vergangenen Jahr zwei Menschen verletzt worden. Ein Spaziergänger wurde an Hand und Bauch verletzt, als eine Sprengvorrichtung in einem Pappkarton explodierte. Ein weiterer Mann trat gegen ein auf einem Fußweg liegendes Päckchen, das daraufhin explodierte. Er erlitt oberflächliche Verletzungen an Beinen und Gesicht.

Der Mann trat nun als Nebenkläger auf und schloss mit dem Angeklagten einen Vergleich über die Zahlung von 6000 Euro Schmerzensgeld. Der 34-Jährige habe das Geld zwar aktuell nicht, habe aber angekündigt, zahlen zu wollen, sagte die Sprecherin.

Der Angeklagte war im Oktober festgenommen worden, nachdem er bei einer Explosion in seiner eigenen Wohnung selbst verletzt worden und ins Krankenhaus gekommen war. Damals hatte er offenbar versucht, eine weitere Bombe zu bauen. Ein Sprengsatz war in der Nähe einer Schule gefunden worden, ein anderer in einem Altkleidercontainer. Schon zum Prozessauftakt am Montag gestand der Mann die Taten.

smb/cfm

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