Vier Verletzte bei Explosionen in Bangkok während Asean-Außenministertreffens

Polizist an Ort einer Explosion

In Bangkok sind bei der Explosion mehrerer kleiner Sprengsätze vier Menschen verletzt worden. Die Bomben explodierten am Freitag kurz vor einer Rede von US-Außenminister Mike Pompeo bei einem Treffen der südostasiatischen Asean-Staaten in der thailändischen Hauptstadt. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest, die nach Behördenangaben aus einer Unruheregion im Süden Thailands stammen.

Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha sagte, es habe insgesamt neun "erfolgreiche oder versuchte Explosionen" gegeben. Die Hintergründe seien bisher unklar. Hinter den Explosionen steckten aber "böswillige Menschen", die "den Frieden und das Image des Landes zerstören" wollten, sagte Prayut.

Die Sprengsätze explodierten an mehreren Orten in Bangkok, die aber alle weit vom Ort des Außenministertreffens entfernt waren. Einige der Sprengsätze waren sogenannte Ping-Pong-Bomben von der Größe eines Tischtennisballs. Im Stadtbezirk Suanluang, wo es nach Behördenangaben drei Leichtverletzte gab, waren sie in Büschen am Straßenrand versteckt.

Zwei weitere Sprengsätze gingen in der Nähe eines bekannten Wolkenkratzers im Stadtzentrum hoch. Dabei ging nach Polizeiangaben Glas zu Bruch. Am Mahanakhon-Hochhaus waren Experten für Bombenentschärfungen im Einsatz.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben zwei Verdächtige fest, die auch für einen versuchten Bombenanschlag auf das Polizeihauptquartier am Donnerstagabend verantwortlich gemacht werden. Sie stammen nach Angaben von Polizeichef Jakthip Chaijinda aus dem an Malaysia grenzenden Süden Thailands.

Der Süden Thailands ist seit Jahren Schauplatz eines blutigen Aufstands muslimischer Rebellen, bei dem seit 2004 mehr als 7000 Menschen getötet wurden. Die Rebellen fordern mehr Autonomie für die mehrheitlich muslimische Region. Ob die beiden Festgenommenen mit dem Aufstand zu tun haben, ist nach Polizeiangaben noch unklar.

In der thailändischen Hauptstadt treffen sich derzeit die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean, der neben Thailand Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Vietnam und die Philippinen angehören. Zu Gast ist auch US-Außenminister Pompeo.

Die Explosionen weckten Erinnerungen an ein Asean-Treffen in Thailand vor zehn Jahren. Damals waren Demokratieaktivisten der sogenannten Rothemden in den Veranstaltungsort in der Küstenstadt Pattaya eingedrungen und hatten Wahlen gefordert. Im folgenden Chaos wurden Gipfelteilnehmer mit Militärhubschraubern in Sicherheit gebracht oder flohen mit Booten.