Borrell sorgt mit Zweifeln an jugendlichen Klimaschützern für Empörung

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat mit Zweifeln an der Ernsthaftigkeit junger Klimaschutz-Demonstranten für Empörung gesorgt. Die 18-jährige Anuna De Wever, eine der Anführerinnen der belgischen "Fridays for Future"-Bewegung kritisierte Borrells Äußerungen am Freitag bei einer Demonstration in Brüssel scharf.

Der 72-Jährige hatte am Mittwoch im Europaparlament erklärt, die Jugendlichen hätten sich von der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg mobilisieren lassen, ohne sich der Auswirkungen einer klimaneutralen Zukunft auf ihr Leben bewusst zu sein. Er habe "Zweifel", dass sie "bereit sind, ihren Lebensstandard zu senken". Borrell sprach scherzhaft vom "Greta-Syndrom". Ein Video seiner Äußerungen wurden von zahlreichen Nutzern im Internet geteilt.

De Wever bezeichnete Borrells Äußerungen als "lächerlich". Es gebe keine Alternative zur Lösung der Klimakrise, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. "Es wird sehr teuer", sagte sie. "Natürlich sind wir bereit, den Preis zu zahlen, damit wir eine Zukunft haben."

Die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament erklärte im Onlinedienst Twitter, Borrells Aussagen seien "für einen Vertreter der EU nicht akzeptabel". Sie kündigten an, kommende Woche eine Erklärung von ihm zu verlangen. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, die EU stehe "definitiv" hinter dem europäischen Klimaplan "Green Deal", der die Bemühungen der Jugendlichen "anerkennt und unterstützt".