Bosbach nimmt Merz nach Aussagen über AfD-Sympathien bei der Polizei in Schutz

CDU-Politiker Friedrich Merz

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat seinen Parteikollegen Friedrich Merz nach Äußerungen über AfD-Sympathien bei Polizei und Bundeswehr in Schutz genommen. Viele Polizisten hätten ihm in den vergangenen Jahren "ihre Enttäuschung über politische Fehlentwicklungen" zum Ausdruck gebracht, sagte Bosbach der "Passauer Neuen Presse" vom Montag.

Es seien nicht die Politiker, "sondern unsere Polizei, die die Folgen dieser Entwicklungen Tag für Tag und hautnah zu spüren bekommen". Bosbach sprach von fehlendem Respekt für Polizisten, vermehrten, auch gewaltsamen Angriffe und mangelnder politischer Unterstützung.

Auch die Bundeswehr habe in den vergangenen Jahren nicht immer den Rückhalt erhalten, "den die Truppe verdient hätte", sagte Bosbach weiter. "Dann darf man sich nicht wundern, wenn sich einige von den etablierten Parteien abwenden und aus Protest bei der AfD ihr Kreuz machen." Dies geschehe nicht selten mit der Hoffnung auf einen Politikwechsel der anderen Parteien.

Merz hatte die Union in der "Bild am Sonntag" gewarnt, sie verliere offenbar Teile der Bundeswehr und der Polizei an die AfD. Die CDU müsse eine Partei sein, "die ohne Wenn und Aber hinter unseren Sicherheitsorganen steht".

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kritisierten Merz für seine Äußerungen scharf. Die Aussage sei "schon vom Ansatz her falsch", sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung. Merz sollte die Bundespolizei "nicht als Trittbrett für seine politische Karriereplanung missbrauchen". Von der Leyen sagte der "Bild", Polizisten und Soldaten verdienten mehr Wertschätzung und "keine Mutmaßungen, wo sie ihr Kreuz machen".